Blaulicht-Umfrage
Hier bin ich – ausgelöst durch einen Kommentar auf meinem Blog – auf eine Umfrage zum Thema Blaulicht-Blogs gestoßen, die ich hiermit beantworten möchte.
0. Wo kann man Deinen Blog finden?
Bei Google, wenn man Zivi und Rettungsdienst auf einmal eingibt, ziemlich weit oben ;-)
1. Seit wann betreibst Du Deinen Blog?
Seit Beginn meines Zivis und mittlerweile schon lang darüber hinaus. Ein Blick in das Archiv dieser Seite lohnt sich.
2. Wie bist Du auf die Idee mit dem Blog gekommen?
Ich habe per Google damals nach einem Blog über den Rettungsdienst gesucht und wurde nicht wirklich fündig, also hab ichs halt selber gemacht. Die Besucherzahlen haben bestätigt, dass die “Nachfrage” da war.
3. Betreibst Du Deinen Blog anonym oder stehst Du zu Deiner Identität? Wenn anonym, wieso?
Der rettungsdienstliche Bereich ist ein sehr sensibler. Auch wenn ich mir wirklich Mühe gebe zu verfremden, könnte man eventuell einen Bezug zu einem Fall, den man selbst mitbekommen hat, herstellen, würde ich den Ort, in dem ich tätig bin, nennen. Das möchte ich vermeiden. Ebenso weiß man ja nie, wie der Personaler beim nächsten Arbeitgeber so drauf ist und darum vermeide ich es generell (nicht nur auf diesem Blog) meinen Namen im Internet publik zu machen.
4. Weiss Deine Organisation / Dein Arbeitgeber vom Blog?
Ein paar ausgesuchte Kollegen und Ex-Mitzivis ja. Die Chefes nich :) Wobei sie, meiner Meinung nach, nichts daran auszusetzen hätten.
5. Wie realisierst Du die Anonymisierung von Patientendaten u.ä.?
Das verrate ich hier jetzt nicht, sonst könnte man die “Verschlüsselung” ja wieder rückgängig machen :) Die wohl größte Anonymisierung, soviel sei verraten, erreiche ich durch eine zeitlich ziemlich große Verzögerung zwischen dem tatsächlichen Geschehen und der Veröffentlichung hier. Außerdem ist alles, was ich hier schreibe, sowieso rein fiktiv und hat keinerlei Bezug zur Realität. Siehe Impressum ;)
6. Hattest Du schon Probleme durch Deinen Blog?
Ja, ich habe mir n Haufen Kohle dadurch entgehen lassen, dass ich Paid-Links ablehnen musste, weil wordpress.com auf Webseiten, die bei ihnen gehostet werden, keine Werbung duldet. hmpf :D
7. Hattest Du schonmal überlegt, das Bloggen einzustellen?
Ja, weil mein Zividasein ja irgendwann vorbei war. Viele wollten jedoch weiterhin von mir lesen und so poste ich jetzt – studienbedingt – bedeutend weniger.
8. Wieviele Beiträge schreibst Du täglich / wöchentlich / monatlich?
Das kommt immer darauf an, wieviele Einsätze ich mit der Wasserrettung, auf Sanitätsdiensten oder im Rettungsdienst habe. Das können 0, aber manchmal auf 5-6 pro Monat sein.
9. Wieviele Besucher hast Du durchschnittlich jeden Tag?
Zu meinem Erstaunen immer noch um die 120 am Tag. Zu meinen “Hochzeiten” waren es um die 5-600
10. Was Du noch sagen willst…
Wer die Möglichkeit hat seinen Zivi / sein FSJ beim Rettungsdienst zu machen, sollte sie unbedingt wahrnehmen. Auch wenn ihr studieren wollt oder danach Schreiner o.ä. werden wollt: Nie wieder im Leben werdet ihr so viele Eindrücke in so kurzer Zeit sammeln können. Und nie wieder werdet ihr so viel Leberkässemmeln in euch stopfen :P
1 comment Juli 6, 2009
Von Krankentransporten und Rotlichtvierteln…
Hallo, werte Leserschaft, ich bin wieder wohlbehalten in der Heimat angekommen.
Pflichtbewusst wie ich bin, nahm ich zumindest noch die Hälfte meiner Vorlesung mit, bevor wir uns dann aufmachten nach Musterstetten, was für uns circa 600km Fahrt bedeutete. Nach 5h 45min durften wir dann aber auch schon die kalte Dusche im Hotelzimmer genießen. Das Hotel sorgte erst einmal für Schmunzeln, da wir als erstes circa 4 Puffs und 3 Strip-Clubs in unmittelbarer Nähe des Hotels wahrnahmen. Freundin und eingeschränktes Zeitbudget verhinderten aber sowieso eine nähere Auskundschaftung ;-).
Nach nur 4 lächerlichen Stunden Schlaf hieß es auch sogleich wieder aufstehen und Patienten holen. Eine 93 Jahre alte Dame, mit Zustand nach Hüft-TEP. Sie meinte nur zu mir und meinem Kollegen, dass sie gar nicht anstrengend sei und wir ruhig während der Fahrt schlafen ruhen könnten. Sie würde sich selbst bemerkbar machen, wenn sie in irgendeiner Art und Weise Hilfe bräuchte. Wunderbar, wenn nur alle Patienten so wären….
Die Fahrt verlief problemlos mit 3-4 Staus, die – aufgrund ihres urplötzlichen Auftretens 2 starke Bremsungen erforderten, die aber nur mit etwas Adrenalinausschüttung einhergingen und kein weiteres Problem waren. Die Dame war froh über die nette Betreuung und wir waren froh, dass wir zu zweit waren und vor allem in den frühen Morgenstunden (Abholung war bereits um 6 Uhr) ca. alle 45 Min. Fahrerwechsel machen konnten, um die Konzentration beim Fahren aufrecht zu erhalten. 2 Guarana-Pillen gaben mir dann den letzten Rest um vollständig wach zu werden.
Kurioserweise merkte mein Kollege nach 1,5h Fahrt, dass sein Handy weg war. Er war sich sicher, dass es im Hotel sein müsste, also rief ich dort an und versuchte die Lady dazu zu bringen, danach zu suchen. Sie tat dies dann auch, kam aber zu keinem Ergebnis. Dafür fand sie mein Etui samt zugehöriger Brille. Seitdem bin ich faktisch Blind und hab den gnazen Tag die Kontaktlinsen drin :(. Das Handy des Kollegen tauchte dann am Zielort unter seiner Jacke am Beifahrersitz auf. Warum wir das Klingeln beim Versuch anzurufen nicht wahrnahmen, war uns ein Rätsel.
Insgesamt eine 20stündige Reise durch halb Deutschland und am Ende die Erkenntnis, dass Musterstetten für den Fakt, dass es eigentlich ziemlich bekannt ist, ein ganz schönes Kaff ist. Ruhrpott halt…
3 comments Juli 4, 2009
Fernfahrt
Bald ist es soweit und ich schwinge mich – mit meinem Lieblingskollegen – auf die Sitze des Auslandsrückholers und düse gen Ruhrpott. Eine Stadt dort oben ist nach 5h 5min Fahrt unser Ziel. Geholt wird eine ältere Dame, die dann zur Reha hier ganz in der Nähe der großen Stadt muss.
Fahrt, Spesen und Lohn für 20h Arbeit (davon geplante 5h Schlaf)… freu mich drauf. Bericht folgt natürlich
1 comment Juni 30, 2009
Neues vom Bock
Ihr werdet es kaum glauben, aber ich habe es vor kurzem wieder in einer Nachschicht auf den KTW geschafft. Die Uniklausuren sind noch 8 Wochen entfernt und so ließ es meine spärliche Freizeit mal wieder zu.
Mein Kollege für diese Nacht war die letzte Nacht auch schon gefahren und erzählte mir, leicht winselnd, von 11 Fahrten in 11 Stunden. So hatte ich diesmal aber nicht gewettet, aber viel besser lief es auch nicht.
Am Ende standen 6 Fahrten und 2h Schlaf Ruhe zu Buche.
In Anbetracht der Vorlesung um 10 Uhr fing auch ich gegen 6 Uhr morgens das Winseln an ;-)
Die Nacht startete verhältnismäßig ruhig mit einer hausärzlichen Einweisung aufgrund von Herzproblemen. Der Patient war nicht gerade nett, was dann mein Zuvorkommen auch in Grenzen hielt.
Danach wurden wir zu einem beliebten “Unklar – intern” gerufe, was sich dann als “glasklar” herausgestellt hat. Der Patient litt unter massiven Wahnvorstellungen und ließ sich nach einiger Überredungskunst zu einer Fahrt in die psychatrische Klinik überreden. Dort war er bekannt.
Nach einer Verlegung von der neurologischen Intensiv ins CT der Klinik mit Maximalversorgung durften wir dann – nach einem kleinen Plausch in der Leitstelle – in Richtung fahren und entschieden uns für den vorzeitigen Matratzenhorchdienst. Dieser sollte aber nur 2h anhalten, bevor der Taschenvibrator wieder am Nachtisch tänzelte und wir zum Krankentransport gerufen wurden.
Vor Ort erwartete und in Ihrem Bett eine Patientin, die vor kurzem einen Kaiserschnitt hatte und dessen Narbe nun aufgerissen ist. Die Blutung war mehr oder minder versiegt, so dass wir nur noch notdürftig steril abdecken mussten und dann mit ihr in die frauenärztliche Klinik weiterfuhren.
Kurz nach unseren Status(!) 1 und 5, kam sobald auch schon das C aufs Display und es ging weiter zu einem Herren, der wohl unter starken Schmerzen aufgrund eines Harnverhalts leide. Sicher eine unangenehme Sache, da schlägt man sich gerne dafür die Nacht um die Ohren (das ist keine Ironie!).
Aber wenn man dann ankommt, mit dem Aufzug in den 4. Stock fährt und der gute Herr dann mitsamt Reisekoffer vor dem Aufzug steht, einen wunderschönen guten Morgen wünscht und nichtmal erzählen will, worum es denn geht, dann kann es durchaus vorkommen, dass meine Carotis einmal anschwillt.
Warum er das gemacht hat? Privat versichert!
Die Nachtschwester im Haus mit urologischer Abteilung schenkte uns ihr Mitgefühl und ließ sich mit Leichtigkeit überzeugen, dass dieser Herr gerne das Taxi nach Hause nehmen darf. So geschah es dann auch. In der Wache angekommen war die Nacht so gut wie um. Daheim legte ich mich für 2h nochmal hin, bevor ich dann – aufgepusht mit Guarana – in die Uni steuerte, wo ich mich aber dann nach der 1. Vorlesung wieder für den Nachhauseweg entschied.
Fazit: Seit meinem Ausscheiden aus dem Zividasein, hat sich die Anzahl der unsinnigen Fahrten kein Bißchen verringert.
2 comments Juni 4, 2009
Modorboood
Wie ihr ja bereits wissen dürftet, mache ich seit ein paar Wochen meinen Motorbootschein für Binnengewässer. Am gestrigen Tag war die Praxis angesetzt. Geübt wurde An- und Ablegen im stehenden und fließenden Gewässer, Wenden auf engem Raum, Mann-über-Bord-Manöver und vieles anderes. Bereits 10 Minuten nach Beginn (das Ganze sollte 8h dauern) fuhr ich mit unserem Boot über nen etwas dickeren Ast, was den sofortigen Motorausfall zur Folge hatte. Nach einer Überprüfung der Schraube, konnte der Tag dann aber trotzdem – mit geringen Abstrichen in der Motorleistung – fortgesetzt werden. Memo an mich: Schnellere Reaktion beim Auskuppeln wär ne feine Sache.
Ein befreundeter Notarzt macht den Motorbootschein ebenfalls über die Wasserwacht und wurde dann auch noch gegen Ende des Übungstages an einer der Wachstationen am großen Fluss benötigt. Eine Motorbootbesatzung war in ein Stahlseil gefahren und die Person, die am Bug saß hatte sich wohl schwerere Gesichtsverletzungen zugezogen. Näheres habe ich nicht mitbekommen.
3 comments Mai 24, 2009


