Archive for Oktober 2007
Ein Tag mit Ehrenamtlichen
Als ich am Sonntag erfuhr, dass ich am Sonntag eine 12h KTW-Schicht mitbesetzen darf, war ich zunächst nicht allzu sehr begeistert, ginge mir dadurch ja ein Tag vom Wochenende verloren. Als ich mich aber mental darauf eingerichtet hatte und einen Kumpel mit San-Ausbildung noch dazu überredet habe, dass er das Auto doch als 3. – also Praktikant – besetzen soll, fand ich es schon gar nicht mehr so schlimm. Als Fahrerin wurde mir dann ein super nettes Mädel mit RS-Ausbildung vorgesetzt und der Tag konnte beginnen. Nach einer kleinen Stunde von 7-8 Uhr zum Warmwerden ging es auch schon los und so sieht die Bilanz für heute folgendermaßen aus:
6 Krankentransporte ohne jegliche Komplikation, 1 Notfalleinsatz zu einem Brand, der dann eine Leerfahrt wurde.
Alles in Allem eine ganz entspannte Schicht mit keinerlei Zwischenfällen.
2 comments Oktober 28, 2007
Nur jeder 8. Deutsche fühlt sich fit in 1. Hilfe
Wie man auf gmx lesen kann, fühlt sich lediglich jeder 8. Deutsche fit in Erster Hilfe. Wundert mich ehrlich gesagt gar nicht. Allein wenn man sich den Kurs für Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort ansieht, weiß man schon, dass man sich das gleich komplett sparen könnte. Man muss nur einmal in den Funk von der Rettungsleitstelle reinhören (die Gelegenheit haben ja nur Wenige), um zu sehen, dass es innerhalb der Bevölkerung schon am Nötigsten hapert. Ich hab jetzt nicht genau mitgezählt, wie viele Reanimationen seit meinem Einstieg in den Rettungsdienst gelaufen sind, aber ich weiß sicher, dass die Mehrzahl davon „ohne“, das heißt „ohne Erfolg“ waren. Eine Reanimation ist – sachlich gesehen – das Simpelste, was man sich vorstellen kann. Eine Rea läuft immer nach dem gleichen Schema ab und dieses Schema kann man zur Not einem 3-jährigen Schimpansen mit genug Übung beibringen.
Gerade beid em Herz-Kreislauf-Stillstand zählen die ersten Minuten und das sind in der Regel die Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft.
Was machen wir (Du als Leser genauso, wie der Rettungsdienst) also:
- Patient ansprechen
Schmerzreizauslösen (Haut über dem Schlüsselbein oder Brustbein drehen) <- Ein bisschen kräftigeres Schütteln tut es vorerst auch ;-)Atemwege freimachen und freihaltenMund öffnen (Esmarch-Handgriff)Entfernen von Fremdkörpern aus dem Mund-Rachen-Raum<< wäre eigentlich die richtige Vorgehensweise, wird aber vom Laien „nicht verlangt“, wie man in dem Kommentar unter „Impressum“ nachlesen kann. Danke für den Hinweis- Güdeltubus (hat man in der Regel als Ersthelfer nicht, kann man also derweil vergessen)
- Überstrecken des Kopfes (bei Säuglingen und Kleinkindern Kopf nur in „Schnüffelposition“ bringen) <- z.B. ein kleines Handtuch unter die Schulterblätter des Kleinkindes legen
- Über Mund-Nasen-Bereich beugen, Blick Richtung Thorax des Patienten: -> sollte ca. 10-15 Sekunden dauern!!!
- Sehen von Thoraxbewegungen
- Hören von Atemgeräuschen
- Fühlen der ausgeatmeten Luft
- Beidseitige Kontrolle des Karotispulses (Halsschlagader) (min. 5 sec)
- Kein Puls vorhanden?
- Beginn der Herzdruckmassage: 30 mal den Brustkorb komprimieren
- 2 Beatmungen
- siehe 6
Abgeänderte Quelle: hier
Die Herz-Lungen-Widerbelebung MUSS so lange durchgeführt werden, bis ein Arzt diese abbricht und den Tod des Patienten festgestellt hat bzw. bis der Patient wieder aus eigener Kraft einen Kreislauf aufrechterhalten kann und spontan atmet.
Hinweis: Wie immer gebe ich hier keine 100% korrekte Anleitung für dieses oder jenes, sondern will euch Leser viel mehr dazu bringen, dass ihr euch längst Vergessenes mal wieder in das Hirn zurückruft und euch vielleicht sogar mal wieder zu einem Erste Hilfe Kurs aufraffen könnt. Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit meiner Ausführungen.
4 comments Oktober 21, 2007
Alter, hab ich Rücken
Wie sieht der normale Einsatzort im Krankentransport aus? Richtig. Altbauwohnung, 4. Stock, alte Frau, 95kg. – kein Aufzug. Heute war es zwar nicht ganz so schlimm, aber der Altbau und die ca. 100kg waren es, die mich ins Schwitzen brachten. Mit dem Tragetuch ging die Aktion dann aber ganz gut von der Hand, auch wenn ich nach dem Ablegen des Patienten auf der Trage erstmal übelst durchschnaufen musste und circa nen halben Liter Volvic auf Ex gekippt habe. Der Patient war aber keinesfalls dick, sondern einfach saugroß und normalgewichtig. Vorläufige Diagnose: Hexenschuss – Gehen war nicht.
Bis bald.
4 comments Oktober 15, 2007
Dienstgrad gestiegen
Ich darf freudi verkünden, dass ich von einem Kollegen in der Wache letzte Woche zum „Oberdreckszivi“ ernannt worden bin. Denn bei uns im Betrieb steigt man ganz offiziell als Dreckszivi ein und muss immer den Kaffee holen :D
Da wir aber nun 3 neue bekommen haben, sind wir „alte Hasen“ nun einen Schritt auf der Karriereleiter geklettert.
Info: Natürlich wird keiner gemobbt. Sowohl die Hauptamtlichen als auch die Zivis sehen die Ausdrücke als Spaß – also keine Angst :>
Add comment Oktober 14, 2007
Das verträglichste Schmerzmittel
In meiner kurzen Zeit auf den RTWs/NAWs war ich zwar nur auf einem Notfall mit einem Kind (Fahrradsturz), aber auch da kam er zum Einsatz – der Rettungsteddy. Weil der Sascha (danke an Sascha oO) es schon optimal zusammengefasst hat, hier der Trackback zu ihm.
Wer also mal nen Euro übrig hat und selber Kinder, die einmal auf so einen Teddy angewiesen sein könnten, der kann / darf ruhig spenden :)
2 comments Oktober 12, 2007


