Tägliche Bedrohung

Dezember 9, 2007

Im Rettungsdienst verhält es sich genau so wie in allen Berufen, die in der medizinischen Richtung angesiedelt sind: Man hat viel Kontakt zu fremden Menschen und damit auch ständig die verschiedensten Keime und Erreger um sich. Damit ihr seht, mit was wir im Krankentransport Tag für Tag zu tun haben, habe ich einmal eine kleine Übersicht mit den häufigsten Krankheiten zusammengestellt:

Der König der Bakterien… MRSA (= Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)

Subjektiv empfunden ist jede 1,5te Infektion ein MRSA.

Für uns bedeutet das: Schutzkittel bzw. Ganzkörperanzug, Kopfhaube, Mundschutz, Einmalhandschuhe und nach dem Beenden der vollständigen Desinfektion des Autos – Dienstkleidung wechseln.

Der MRSA ist ein Bakterium, das so ziemlich gegen alle bekannten Antibiotika resistent ist und deshalb nur dessen Ausbreitung deshalb nur schwer eingedämmt werden kann. In Deutschland geht man im Übrigen davon aus, dass ca. 20% aller Menschen den Keim in sich tragen. Bei einem gesunden Immunsystem stellt er hingegen keine allzu große Bedrohung dar.

Deutlich seltener trifft man auf Pseudomonas

Er ist mir während meiner Zeit bisher nur 1-mal untergekommen. Die Schutzausrüstung deckt sich mit der von MRSA. Ähnlich wie der MRSA stellen Pseudomonas für den gesunden Menschen keine großartige Bedrohung dar, kann jedoch für Immungeschwächte Patienten zum echten Problem werden und dann unter anderem Infektionen der Atem- und Harnwege, Lungenentzündungen oder Herzbeschwerden hervorrufen.

Vor allem bei Patienten mit Drogenvergangenheit trifft man recht häufig auf eine Form von Hepatitis

Für das ungeübte Auge äußerlich nicht zu erkennen, stellt die Leberentzündung (Hepatitis) eine Gefahr dar und kann im schlimmsten Fall auch zum Tod führen. Deshalb ist es gerade für das Personal wichtig besonders hohe Vorsicht beim Umgang mit Nadeln oder anderweitig infektiösem Material walten zu lassen.

Deutlich seltener als von mir vermutet haben wir es mit dem HI-Virus zu tun, der im weiteren Verlauf zu AIDS führt. Da der Virus nicht durch Speichel übertragen werden kann (außer man bekommt ein paar Liter davon ab ;-)), muss man hier lediglich wieder aufpassen, dass man möglichst nicht mit dem Blut des Patienten in Berührung kommt. Offene Wunden sollte man deswegen natürlich auch meiden. Versorgt durch sterile Auflagen o. ä. sind diese bei einer Verlegung von KH zu KH ja sowieso.

Fragen / Kritik wie immer in die Kommentare

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8 Comments Add your own

  • 1. Xevious  |  Dezember 9, 2007 at 10:07

    Bei MRSA reicht ja eigentlich ne Kontaktflächendesinfektion… zumindest in FFM.

    Antworten
  • 2. torschtl  |  Dezember 10, 2007 at 4:34

    das ist es ja.. es gibt keinen einheitlichen desinfektionsplan. der unterscheidet sich teilweise sogar von kreisverband zu kreisverband…
    bei uns ist es halt so festgeschrieben und wird auch eingehalten

    Antworten
  • 3. Manuel  |  Dezember 12, 2007 at 8:45

    Kontaktflächendesi machen wir nur wenn der MRSA in einer geschlossenen Wunde sitz, die gut verpackt ist (trifft wohl eh nie zu), also immer komplett scheuern :(

    Antworten
  • 4. Sebastian Kayhs  |  Dezember 15, 2007 at 8:48

    Das RKI sagt zum Thema MRA und Rettungsdienst:

    - keine besondere Schutzkleidung erforderlich, wenn es nicht zu intensivem Kontakt zum Patienten kommt
    - Einmal-Handschuhe und Hände-Desinfektion
    - Kontaktflächen-Desinfektion mit DGHM-gelistetem Präparat

    Wir tragen hier Einmal-Schutzkittel (Vliesstoff), Handschuhe und gelegentlich Mundschutz. Bei Patienten, die das tolerieren, ziehen wir auch Ihnen einen Mundschutz über. Kontaktflächen-Desinfektion gibts eh nach jedem Patienten…

    Antworten
  • 5. torschtl  |  Dezember 16, 2007 at 5:37

    “Patienten, die das tolerieren.”… tut mir leid für die Patienten, die das nicht tolerieren, denn in erster Linie geht mein Selbstschutz vor und da hat der Patient, der den MRSA im Mund-Rachen-Raum sitzen hat den Mundschutz zu tolerieren oder er bleibt da wo er ist :)

    Antworten
  • 6. paul  |  November 13, 2008 at 6:13

    Habe gestern dummerweise kuez einen bademantel von einer mrsa patientin angezogen (fragt nicht warum). im prinzip war nur mein tshirt und meine oberarm im kontakt damit.. hatte aber das tshirt den ganzen tag und auch zu hause an… bin ich jetzt infiziert? ist der keim jetzt überall in der wohnung verteilt? kann man sich testen? bitte antwortet:)

    Antworten
  • 7. torschtl  |  November 14, 2008 at 1:44

    hi,
    1. warum??? :D
    2. als gesunder biste den Keim recht schnell wieder los. einen MRSA Test (Abstrich) gibt es natürlich, nur, was bringt es dir, wenn dus weißt? ;-)

    ich trau mich ma zu wetten, dass minimum 25% aller angestellten in krankenhäusern dad ding haben… von daher ;-)

    Antworten
  • 8. paul  |  November 18, 2008 at 9:54

    alles klar danke für die antwort torschti da bin ich ja bruhi t ;)

    Die Krankenschwestern meinte ich sollte mir den Mantel anziehen der im zimmer hängt.. die haben aber vergessen da einen hinzutun.. und der einzige mantel der da hang war der von der patientin :D so kam das dannxD

    Antworten

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