Meine Fresse
Januar 30, 2008
Kennt ihr das Gefühl, dass in euren Ohren ist, wenn ihr von 0 bis 5 Uhr in der Disse neben der Box gestanden seid? Genau dieses habe ich gerade auch. Nein, ich bin kein Durchschnittszivi, der sich einfach so mal nachmittags besäuft und in die Disco rennt, aber wir hatten heute eine 89 jährige Patientin, die ins BKH gebracht werden sollte, weil sie einfach unentwegt schrie und keine Gründe dafür gefunden worden waren (Fraktur, Dekubitus o. ä.). Also eine psychosomatische Sache und damit ein Auftrag für die Psychatrie. Ich sags euch… es waren zwar nur 20 Minuten Fahrt, aber ich war kurz davor, dass ich ausgestiegen wäre. Die war so laut… ne… also… ne…
achja, bevor ichs vergesse… die Papiere waren im Übrigen in der Praxis von Mr. “Ich kassier nen Hausbesuch ab und mach ne Telefoneinweisung” abzuholen.
Entry Filed under: Lustiges. Schlagworte: Ohren, Psychatrie, psychosomatisch, schreiende Patientin.
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1.
Hypnosekröte | Januar 30, 2008 at 10:02
Muahaha!
Hab ich hier glaub ich schon mal erwähnt, ein denkwürdiges Telefongespräch, wo in dem dem kleinen Krankenhaus am Rande der großen Stadt ein Bett nachgefragt wurde und ich, als ich den OA fragte was die Pat. hat: “Die ist 91 Jahre alt und schreit nachts” als antwort bekam.
Vielleicht wäre eure Kreischoma nachts ja ruhig gewesen….
Fragen über Fragen.
2.
torschtl | Januar 30, 2008 at 10:24
achja… ich mach mich echt ned lustig, aber es war einfach witzig, weil sie zwischendurch auch sang und dabei ind die hände klatschte… und dann war sie zwischendurch für 10 sekunden wieder völlig klar im kopf…scheinbar ;-)
3.
cohen | Januar 31, 2008 at 8:15
der abstand zwischen $kleinesdorf nach $großestadt beträgt 90km, bei guter situation fahrst du das in 90 minuten. jetzt denk dir den schreihals dazu. tiefe genugtuung hat mir dann alleine der umstand gebracht, dass nach etwa 60-70 minuten nur noch ein armseliges krächzen zu vernehmen war.
ein hoch auf ohropax.
4.
Nico | Januar 31, 2008 at 4:07
Da hatte ichs ja noch gut mit der Oma vor ein paar Monaten, die einfach nur vor sich hin gesungen und gesummt hat.
Wir haben gar kein Autoradio mehr gebraucht. ^^
5.
Assistenzarzt | Februar 12, 2008 at 12:23
Das einzig gute an einer Altersdemenz ist: Der, der sie hat, kriegt von all dem nichts mehr mit…
Es gab mal eine Zeit, da hab ich auf einer halbgeriatrischen Station gearbeitet. Der schwunghafte Austausch mit dem nahegelegenen Altersheim funktionierte. Für eine Woche hatten wir 4 (!!!) Schrei-Omas auf Station. Man, im Altersheim muss göttliche Ruhe geherrscht haben. Jede zu einer anderen Tageszeit und ein anderer Text. “Jujujujujujujeeeee, jujujujujujujeeeee,…” “Neeeeeeeeeeeein, neeeeeeeeeeein” “Giiiiiiiseeeelaaaaaaa, Giiiiiseeeelaaa, komm her, ich hör dich doch!” etc. Da kam man nachts auf Station im Dienst und kam sich vor wie im Spukschloss in Schottland. Tagsüber war die Geräuschkulisse ein wahrer Angehörigenschreck. Wenn die über Station liefen, dachten sie “oh gott, wo sind wir hier gelandet?”.
6.
torschtl | Februar 12, 2008 at 6:09
diese jujujujujuehhh jujujuehhh is aber schon fast wieder lustig, wenn sie dazu klatschen :D
7.
lea | Februar 15, 2008 at 1:23
Ich fands auf der Geri immer total prickelnd wenn wir Gangbetten hatten ( standen immer direkt gegenüber vom Stützpunkt und waren – wenn nicht aus Platzmangel entstanden – immer Leute, die man permanent im AUge haben mußte daß sie nicht mit gebrochener Hüfte aufstehen o.ä.) und die permanent gebrüllt haben. Ältere Leute schlafen ja sehr wenig und so konnte man teilweise bis zu 22 Stunden am Tag “Hallo! Hilfe! Juhuu!” hören – in Lautstärke eines Düsenjets. Telefonate, Kurven schreiben, konzentriert die Medikamente vorbereiten – forget it! Und manchmal war da nicht nur eine, sondern mehrere Schreipatienten. Nach ner Stunde konnte man keinen klaren Gedanken mehr fassen, nach der Schicht war man halb taub und sogar im Schlaf hörte man noch “Hallo! Hilfe! Juhuu!”. Grad Weihnachten gern – Einweisungsindikation “stört die Familienfeier und da hat der Hausarzt halt gemeint, es könnte ihr gut tun, die Bronchitis/ den Dekubitus etc.die sie schon Wochen/Monate hat in der Klinik auszukurieren” oder noch einfacher: mal zwei Tage lang nichts zu trinken gegeben und dann heilig abend wegen Austrocknung den Notarzt für die Einweisung gerufen. Leider kein Einzelfall. :-( Wußte man immer nicht ob einem die Leute leid tun sollen oder wegen der Lautstärke man sich lieber selber.
8.
torschtl | Februar 16, 2008 at 6:09
jaja…man hats nicht leicht.. nur gut dass wir die patienten nach dem transport übergeben :)