Archive for Februar 2008

Apoplex und Herzinfarkt – Jungens, das sind Notfälle…

Da ich ja doch ab und zu in Google auftauche, möchte ich hier nochmal die in vergangenen Beiträgen geschilderte Problematik aufgreifen. Natürlich kann man von keinem absoluten Laien erwarten, dass er einen Herzinfarkt oder Schlaganfall diagnostiziert, aber dass da „etwas nicht in Ordnung ist“, das kann sowohl die 12-jährige Tochter, als auch die 70jährige Ehefrau erkennen.

Eure Hausärzte sind ja schön und gut für Husten, Schnupfen, Heiserkeit, aber:

- wenn jemand akut auftretende Brustschmerzen / Atemnot / Kaltschweißigkeit bekommt

- wenn jemand langsam, aber sicher eine verwaschene Sprache bekommt oder seine Extremitäten nicht mehr so bewegen kann wie noch gestern

- wenn jemand ohne erkennbaren Grund vor euren Augen aufs Näschen fällt

- wenn jemand über Übelkeit klagt oder Inkontinent wird, obwohl das gestern noch nicht so war

- wenn jemand Kopfschmerzen hat und die auch nach einer Aspirin nicht weggehen

DANN

fragt nicht lange den Herrn Allgemeinmediziner, sondern sprintet zum Telefon und wählt die 112 (alternativ: 19222 im Königreich) und verlangt einen Rettungswagen samt Notarzt. Der Herzinfarkt und der Schlaganfall gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen und vor allem der Apo kann auch schon jüngere Leute treffen. Also, tut es der Bekannten von mir gleich, die eine Dame im Kindergarten zu Besuch hatte, die den Kindern von früher erzählen wollte, und auf einmal nicht mehr sprechen konnte (die angehende Erzieherin ist wohlgemerkt 17 Jahre alt und hatte ihren EH-Kurs erst vor 1 Woche aufgefrischt) und holt den Rettungsdienst.

Denn bei internen Erkrankungen ist die Zeit wirklich einer der wichtigsten Faktoren…

In diesem Sinne…behaltet euch immer im Hinterkopf: time is money brain!

5 comments Februar 29, 2008

Hallo *brundhildeannabrigitte*

Wenn ein Kollege schon 10 Jahre aktiv im RD tätig ist, kann es durchaus vorkommen, dass er einige Patienten durch häufigere Fahrten mehr als flüchtig kennt, aber dass man als Zivi nach 7 Monaten eine Patientin schon 5-6 Mal gefahren hat (keine popligen Konsilfahrten, sondern immer von daheim geholt) und sie einem das „Du“ anbietet, dürfte dann doch eine Besonderheit sein.

Eigentlich traurig. Eine hochintelligente Frau, was man an ihrem Wortschatz und ihren Aussagen bemerkt und auf der anderen Seite leider vom Borderline befallen… :-(

Add comment Februar 29, 2008

„Schaut gut aus“

Das waren die Worte meines LRD af die Nachfrage hin, wie es denn um meine Anfrage zwecks dem Zeitvertrag für den Monat Mai stehen würde. Freut mich echt, da ich ja so gut wie keine Steuern zahlen muss und dann schonmal n paar Kröten für das erste Semester zusammen habe.

Ansonsten gibt es nix Spannendes zu berichten. Ich habe es diese Woche tatsächlich 4 von 5 Malen auf den Fahrersitz des KTW geschafft. Anscheinend vertrauen mir die Kollegen nach 7 Monaten endlich ;-)

Add comment Februar 29, 2008

„Schnell auf die Stroke“

befahl uns der Hausarzt, der einen KTW zum Transport eines Apoplexes, der vor 9h passiert war, bestellt hatte. Ihr wisst ja: time is brain…

Add comment Februar 26, 2008

Komm, wir züchten uns nen Pflegefall

Vor einiger Zeit passierte folgende Geschichte.

Wir werden zu einem normalen Krankentransport nach *20Minutenweitweg* geschickt. Es würde sich um einen bestellten Transport von Dr. Frankenstein (Name geändert) handeln, bei dem auch die Papiere abzuholen wären. Die Praxis anzufahren, bedeutete ja nur knappe 7km Umweg und weil es kurz vor Mittag war und wir eigentlich ganz gut aufgelegt waren, nahmen wir diesen auf uns…

Gefahren bin an diesem Tag ich. Die Schreibkraft des Arztes machte und die Übergabe, die in etwa Folgendes umfasste: „Zum *christl. Krankenhaus*… wisst ihr ja, nää?“ – „jojo, tschüssing…“. Der Arzt wollte uns – auch auf Nachfrage (es geht ja grad so zu) – nicht gegenübertreten.

Auf der Einweisung fand sich dann Folgendes: V. a. Apoplex, Patientin will kann nicht aufstehen, laut Schilderung der Tochter Hemiparese links, eingeschränkte Fähigkeit zur Aufnahme von Flüssigkeit.

Wort für Wort… genau so.

Bisherige Maßnahmen: keine

Therapie: Stroke Unit & CT

So, der Arzt hat also per Telefondiagnose einen Apoplex festgestellt und bestellt dann einen KTW. Der Apoplex war morgens gegen halb 9 und bei Abholung derPapiere war es ca. 11.30 Uhr. 3h wäre das „Time is brain Zeitfenster“… zügig, aber noch ohne Sondersignal bewegten wir uns in Richtung Patientin. Dort angekommen fanden wir eine Frau vor, die mit deutlicher Facial- und Hemiparese nur noch nickend und kopfschüttelnd kommunizieren konnte. Gestern Abend wären sie noch spazieren gegangen und hätten sich unterhalten…

Wir wägten ab… die Patientin war wach und ansprechbar und eine Notarztnachforderung hätte gut und gerne 20 Minuten in Anspruch genommen… das würde zu knapp. Wir hielten uns also gar nicht mehr lange auf und packten unsere Patientin ein. Ich schwang mich auf den Fahrersitz, schaltete Fackeln und Heulbojen ein und gab dem Karren. Unter Voranmeldung für die Stroke kamen wir dann deutlich nach der 3h Frist im KH an und übergaben die (immer noch stabile Patientin) an das Klinikpersonal.

Hoffentlich noch rechtzeitig. Zu der 3h-Frist ist zu sagen, dass man allgemein davon ausgeht, dass man innerhalb dieser Zeit den Apo ohne größeren Schaden überstehen kann…

Ich habe absichtlich länger mit diesem Beitrag gewartet, damit man absolut keine Rückschlüsse auf den Arzt oder sonstwas ziehen kann, weil ich echt keinen Bock auf Probleme hab. Aber auch hier sieht man mal wieder, dass dieser bis dato fitten Frau eine Menge erspart hätte werden können, wenn der Arzt seinen Patienten mal angeschaut hätte…

EDIT: Hatte da einen Zwirl in die Zeiten gebracht. Hab es jetzt umgeschrieben, so dass das wieder Hand und Fuß hat. Natürlich dürfte es nicht auf die Minuten genau stimmen, aber ich will ja die Problematik nur verdeutlichen.

8 comments Februar 25, 2008

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