Archive for Mai 2008
Und dann war da noch…
Am Montag beginnt mein 1-monatiges Klinikpraktikum. Natürlich wird es – so denk ich zumindest jetzt – mindestens jeden 2. Tag ein Update geben. Beginnen werde ich in der Notaufnahme. Neben der NA muss ich noch die „Stationen“ „OP“ und „Intensiv“ durchlaufen. Im OP geht es vor allem darum, dass man einen kleinen Einblick in die klinische Medizin bekommt und – wenn man sich nicht allzu dumm anstellt – ein wenig assistiert, während auf der Intensiv eher pflegerische und montone Maßnahmen (Perfusor herrichte, Medikation vorbereiten) gefragt sind. Alles in Allem würde ich persönlich lieber weiterhin Sanka fahren, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch einmal interessant am absoluten Ende der Rettungskette zu stehen.
4 comments Mai 30, 2008
Jede Sekunde zählt…
Meistens kommt es auf eine Minute hin oder her nicht an, aber jeder, dem es schon einmal richtig dreckig ging, wird bestätigen, dass die Zeit einfach ewig nicht vergehen mag und einem 5 Minuten wie eine Stunde vorkommen. Bei akuten Notfällen, wo schnellstmögliche Hilfe gebraucht wird, gibt es seit geraumer Zeit eine sinnvolle Einrichtung. Die Rede ist von der http://www.steiger-stiftung.de/. Seit neuestem ist es dort – neben der Registrierung zur Handyortung – auch möglich eine persönliche Akte anzulegen, in die man Vorerkrankungen usw. eintragen (lassen) kann, was im Notfall einen entscheidenden Zeitvorteil bringen kann.
Einfach mal ein Bißchen selber rumsurfen…
1 comment Mai 30, 2008
Wo fahren wir hin?
Diese Frage mag berechtigt erscheinen, wenn Oma Hilde, die mit ihren 86 Jahren nicht mehr alles beim ersten Mal aufschnappt, mich das nach dem Einladen noch einmal frägt. Aber wisst ihr, was für den „normalen“ Menschen echt lästig ist?
Vielleicht kennt ihr es von euren Großeltern oder – je nach eurem derzeitigen Alter – auch von euren Eltern. Worauf ich hinaus will: die Demenz
Eine Demenz (lat. dementia „ohne Geist“) ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die zu einer Beeinträchtigung von sozialen und beruflichen Funktionen führen und fast immer, aber nicht ausschließlich mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, nur bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Fähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung (Oligophrenie). Heute sind verschiedene, aber nicht alle Ursachen von Demenzen geklärt, und einige Formen können in einem gewissen Umfang behandelt werden, d.h. die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden. Die am häufigsten auftretende Form der Demenz, aber bei weitem nicht die einzige, ist die Alzheimer-Krankheit. Eine Demenz kann auf ganz verschiedenen Ursachen beruhen, für die Therapie ist die Klärung dieser Unterscheidungsmerkmale sehr wichtig. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Demenz)
Ein Großteil der alten Patienten leidet mehr oder weniger stark an Vergesslichkeit oder auch ausgeprägteren Formen, die sich dann im Schreien oder in Aggressionen äußern. Für uns als RD-Personal ist es immer recht schwierig einen Mittelweg zu finden zwischen „Gib dem Menschen da eine Antwort“ und „Pass auf, dass du nicht selber ausflippst, weil sie zum 5. Mal frägt“. Ich persönlich halte das immer so, dass ich grundsätzlich am Anfang der Fahrt immer wieder antworte… wenn es hochkommt so 5-10 mal… ich mein… sonst hab ich ja eh nix zu tun außer dass ich mir den Pflegeüberleitungsbogen oder die hausärztliche Einweisung anschaue. Mit der Zeit werden die meisten Patienten dann eh „fragemüde“ und – wenn dies nicht der Fall ist – dann antworte ich halt irgendwann nur noch bei jedem 5.-10. Mal. Denn – so dumm wie es klingt – der Patient vergisst ja sowieso, ob und was ich ihm geantwortet habe.
Mir tun in solchen Fällen einfach die Angehörigen am Meisten leid, die teilweise von ihren Liebsten nicht einmal mehr erkannt werden. Muss echt hart sein, wenn man jemanden rund um die Uhr pflegt, der einen – wenn auch unabsichtlich – immer wieder zu verstehen gibt, dass er gar nicht weiß, was man jetzt von ihm erwartet / will.
1 comment Mai 30, 2008
Erste-Hilfe anyone?
Wer seine Kenntnisse in Erster Hilfe mal wieder auffrischen möchte, der dürfte mit der beim Krangewarefahrer vorgestellten Serie gut bedient sein.
Add comment Mai 27, 2008
Ideen beim Bier
Am vergangenen Freitag war nun unsere Ziviabschiedsfeier. Zwar kamen deutlich weniger Leute, als wir zunächst gedacht hätten, jedoch tat das der Stimmung keinen Abbruch. Bei dem ein oder anderen Bier und einem Haufen Grillfleisch saßen wir gemütlich beinander und redeten über die vergangenen 9 Monate und über Alles, was uns sonst noch einfiel. Und irgendwann zu später Stunde kamen wir dann auf einen Brand in einem Altenheim zu sprechen, der vor wenigen Wochen passiert war. Ein Bekannter / Freund / mein stellv. Bereitschaftsleiter erzählte Folgendes:
Es war mitten in der Nacht zwischen 3 und 4 als bei seinem Piepser sowohl die ELRD, als auch die UGRD-Schleife ausgelöst wurde… „Brandeinsatz – Altenheim *weiterweg*“. Ein Außenstehender wird es nicht verstehen, aber wenn der PIepser geht, dann MUSS man da hin… wie gesagt… verstehen Aussenstehende nicht :)
Um sich mal dem Punkt zu nähern… seine Frau – neben ihm schlafend – fragte ihn in etwa Folgendes:
„Wieso fährst DU jetzt da hin?“ und er antwortete laut eigener Aussage: „Weil da in dem Altenheim gerade zig Menschen genau wie ich jetzt auch wach sind und wir helfen können.“
Und ich finde, dass bei diesem Satz einfach keinerlei Arroganz dabei ist. Vielleicht kennt der Ein oder Andere die etwas ältere Werbekampagne des DRK in der man einen Mann ca. Ende 20 sieht, der bei strömendem Regen auf der Autobahn reanimiert. Und darunter steht der Satz: „Warum ich das mache? – Weil ich es kann“.
Und Recht hat er. Ich rede jetzt nicht von den tausenden Hauptamtlichen, die den Beruf des Rettungsassistenten ausüben. Da sehe ich Leben retten nicht als Heldentat, sondern schlicht und ergreifend als deren Job. Ich rede hier von den vielen Ehrenamtlichen, die da draußen herumschwirren, sei es bei der FF, beim THW, in Schwesterorganisationen des BRK oder bei den Maltesern und Johannitern.
Bei all diesen Leuten ist es nicht selbstverständlich, dass sie Leben retten. Sie machen es, weil sie Spaß am Umgang mit Menschen haben, weil sie es als ihre Pflicht sehen, sich zu engagieren und weil es schlicht und ergreifend die Wahrheit ist, dass es IRGENDWER ja machen muss…
Sicher kommt es nicht auf einen oder zwei mehr oder weniger an, aber die Masse macht`s – Und würde sich jeder sagen „Warum gerade ich?“ … ja dann… fährt zum nächsten Altenheimbrand keine alte Sau mehr…
2 comments Mai 26, 2008


