Klinikpraktikum – Tag 2
Juni 3, 2008
Hallo Lesergemeinde!
Der Tag 2 hatte weniger an einzelnen OPs zu bieten, dafür aber mehr Arbeit für mich. Bin ja schließlich zum Lernen da. Nachdem ich dem Anästhesiepfleger beim Einleiten der 1. Narkose des Tages genau über die Schulter geschaut hatte, war es an mir. Mit den Worten „Jetzt darfst du mal“ drückte er mir die 3 relevanten Medikamente in die Hand und sagte zu jedem einzelnen entweder „ganz langsam“, „mäßig“, „is wurscht“ und wollte damit die Applikationsgeschwindigkeit ausdrücken. Auf das Zeichen des Anästhesisten machte ich mich dann ans Werk und schickte meine Patientin in das Reich der Träume.
Im späteren Verlauf des Tages konnte ich dann zum ersten Mal einer Spinalanästhesie beiwohnen (Die Nadel ist so scheiße lang, dass es schon beim Zuschauen wehtut). Grund war ein unklarer Knieschmerz mit V. a. Meniskusriss. Was es dann letztendlich war bekam ich leider nicht mehr mit, da ich schon wieder in die Einleitung für die nächste OP musste.
Ein chirurgischer Eingriff von nicht zu unterschätzendem Aufwand folgte sogleich. Die Patientin wies zahlreiche Lipome an den Armen, Beinen und im Bauchbereich auf. Alles in Allem geschätzte 35 Stück. Alle wurden sie per Skalpell entfernt und die Wunden dann jeweils mit 2-3 Stichen genäht. Da Lipome in den allermeisten Fällen gutartiger Natur sind, dient der Eingriff eigentlich nur dazu, die Beulen unsichtbar zu machen. Ob 35 Narben schöner sind, weiß ich nicht. Aber ich kenne ja die Geschichte nicht. Vielleicht drückten die Geschwüre ja auf Nerven oder waren druckempfindlich. Auf jeden Fall eine der (zumindest vom Beobachter aus gesehen) simpleren OPs.
Ich melde mich natürlich morgen wieder und wünsche noch einen schönen Abend.
Entry Filed under: Klinikpraktikum. Schlagworte: Analgesie, Lipome, Narkose, OP, Spinalanästhesie.



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