Intensiv – Tag 1
Juni 9, 2008
Heut ging es also weiter im Klinikpraktikum. Intensiv war angesagt… und zwar um 6 Uhr morgens… eieiei… aber dafür umso früher daheim. Die erste Scheiße an diesem Tag war gleich mal, dass die hier nur 7,5h arbeiten. Das heißt wiederum, dass ich nicht am nächsten Freitag fertig bin, sondern erst am Montag, was wiederum heißt, dass ich später in die Notaufnahme komme, was wiederum bedeutet, dass sich das ganze Praktikum nach hinten rausschiebt, was wiederum heißt, dass es gefährlich knapp mit der 6 Wochen-Frist (Warum egtl. so lange vorher… -.-) für die Anmeldung zum RS-Lehrgang wird. Gut, dass ich einen super Vorgesetzten in der Wache habe, der das mit dem Referat Ausbildung geregelt hat… :)
Zusammen mit der Praxisanleiterin der Intensivstation begann der Tag dann eigentlich recht gut. Nämlich mit Kaffee… und Kaffee = gut! Währendessen war die Übergabe im Pausenraum, wo halt alles Relevante von der Nachtschicht an die Frühschicht übergeben wurde. Danach sammelten sich alle vor der Magnettafel, wo die ganzen Patientennamen nebst Zimmernummer vermerkt sind und das Lottospiel ging los. Jeder schnappte sich das Zimmer, das er wollte bzw. in dem er die Patienten am Besten kennt.
Wir bekamen folgende Konstellation:
- 1mal Zustand nach Rea bei Zustand nach Suizidversuch; künstl. Koma und beschnauft – Genesungschancen zwecks fetzen Hypoxie laut behandelndem Arzt gen null.
- 1mal Teerstuhl und Bluterbrechen bei V.a. Gastroblutung. Patient zwar in fortgeschrittenem Alter, aber sehr freundlich und einigermaßen selbsstständig
Begonnen wurde dann mit der Körperpflege. Patient 2 brauchte dazu lediglich ein Wenig Unterstützung und machte das ansonsten relativ selbsständig. Die Rasur (nass) übernahm dann ich und – ich konnte es kaum glauben – die Frau und seine Tochter packten später gleich noch ne Tüte Lob aus, wie toll ich das doch gemacht hätte.
Meine Theorie: 1. Sie haben das Schild Praktikant überlesen 2. Sie wussten nicht, dass das mein 1. Tag hier ist 3. Sie wussten ebenfalls nicht, dass ich zum ersten Mal im Leben einen fremden Menschen rasiert habe… aber is ja auch Wurscht, weil schließlich das Ergebnis zählt.
Zeitumfang bei Patient 2 für Körperpflege: 35 Minuten ca.
Bei Patient 1 dauerte das Ganze dann eher 1,5h… aber ist ja auch klar… war auch nicht weiter schlimm. Ein Lob auf den Erfinder der Latexhandschuhe. Ein Job für jeden Tag wäre das allerdings nicht für mich.
Den Rest des Tages verbrachte ich dann mit der halbstündigen Kontrolle der Monitoring-Werte, welche dann auch in der Kurve des Patienten vermerkt wurden, um den Verlauf ablesen zu können. Die Hand tut mir auch weh, weil diese scheiß großen Perfusor Spritzen zwar leicht zum Aufziehen sind (großes Lumen der Nadel), aber einfach sogar für meine Hände (bin knapp 1,90m) zu klobig sind, was einen dann leicht spackig aussehen lässt, wenn man die Medikation gerade vorbereitet.
Dann wurde halt noch die Beatmung gereinigt und die Tubusfixierung gewechselt und halt alles, was so anfällt… sind einfach zu viele Eindrücke, um diese jetzt anschaulich zu beschreiben.
Schade ist, dass Patient 2 heute nachmittag noch auf die Normalstation verbracht werden wird, so dass die Gefahr hoch ist, dass wir ab morgen 2 “aufwändige” Patienten zu betreuen haben. Naja… dafür ist es ja die Intensivstation…
Entry Filed under: Klinikpraktikum. Schlagworte: Beatmung, Intensivstation, Intubation, Körperpflege, Klinikpraktikum, Perfusor.
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1.
Ghettomaster | Juni 9, 2008 at 2:59
Hast du eigentlich schond es Mediziners Pflichtlektüre “House of God” hinter dich gebracht? Falls nicht -> Lesebefehl. ;)
2.
torschtl | Juni 9, 2008 at 3:26
soll das jetzt eine scherzfrage sein? ;-) natürlich hab ich die schon gelesen… auf 2 Tage ;-) nur die fortsetzung noch nicht, welche ja angeblich besser sein soll
3.
DomDom | Juni 9, 2008 at 8:00
Gerade als Praktikant bekommt man absurderweise immer das meiste Lob. Man hat zwar keine Ahnung, aber versucht das ganze mit Einsatz und Freundlichkeitt zu überspielen und das finden die meisten nunmal gut. Als Krankenpflegeschüler bekommt man aber die Veränderung im Laufe der Zeit besonders zu spüren.
4.
torschtl | Juni 9, 2008 at 9:35
naja es ist ja in jedem job das gleiche… natürlich ist man am anfang besonders nett und bedacht darauf alles richtig zu amchen usw..wenn dann der alltag einzug hält und man die geschichte von opa rudi zum 6. mal hört dann nervts einen halt irgendwann auch mal