Alkohol bei Jugendlichen
Juli 29, 2008
Weil ich jetzt gerade die Reportage, die in den Kommentaren von “Neuer Stoff” verlinkt ist, gelesen habe, hier ein Statement aus meiner Sicht zu dem ganzen Thema…
1. Vor kurzer Zeit habe ich das Buch “Generation doof – Wie blöd sind wir eigentlich?” innerhalb von 2 Tagen ausgelesen. Und wenn man wo verallgemeinern kann, dann bei der kollektiven Verblödung der heutigen Jugend, zu der ich mich mit meinen fast 21 nicht mehr zähle. Allein an den Aussagen kann man schon wieder festmachen, dass der IQ nur leicht über Badezimmertemmperatur ist…
2. Gesoffen – und das dürfte klar sein – wurde schon immer. Auch ich habe mit 16, 17 meine Räusche heimgezogen, musste kotzen und wachte am nächsten Tag auf und wollte am liebsten tot sein vor lauter Kopfweh, ABER
2.1. Ich habe mich NIE angekotzt, worauf ich heute noch stolz bin.
2.2. Ich habe und hatte mich immer unter Kontrolle, was Gewalt angeht/anging und lasse “hab zuviel gesoffen” nicht als Ausrede dienen, warum klein Kläuschen den Rentner fast zu Tode geprügelt hätte.
2.3. Von meinen Freunden und ich hat es NIEMAND jemals auf die Intensiv im Krankenhaus geschafft. Komisch und das, obwohl auch wir Schnaps getrunken haben und nicht nur Bier.
3. Was ich vor allem traurig find, sind die sogenannten “Freunde”. Da erzählen die Kollegen von der Nachtschicht doch tatsächlich, dass sie eine rotzevolle 13-jährige im Straßengraben(!) gefunden haben, nachdem sie mit dem RTW vorher den Zeltplatz angefahren haben. Dort hieß es dann aber, dass hier nichts passiert wäre und sie wieder heimfahren könnten… sowas nennt sich dann Freunde… gute Nacht.
4. Früher hat man seinen besoffenen Freund ins Bett gebracht, ihm die Schuhe und die Hose ausgezogen, ihn in die Seitenlage gelegt und noch irgendwo aus der Putzkammer seiner Mutter einen Eimer hergezogen und erhielt am nächsten Tag gegen Mittag den “Danke”-Anruf. Heute scheint Freundschaft keinen allzu hohen Stellenwert mehr zu haben.
5. Auch ich lass es gerne am Wochenende mal krachen und alle 2 Jahre kann es auch mal passieren, dass ich einen zuviel erwische, aber so hemmungslos saufen, bis man nicht mehr stehen kann, das ist für mich fernab jeder Vernunft.
6. Einmal zuviel saufen gestehe ich jedem verblendeten Jugendlichen zu. Beim 2. und 3. Mal kommt die schöne Rechnung über 600 EUR schön brav zur Postanschrift des Patienten. Denn wer mit Vomex uns sontigem Drek vollgepumpt wird, ca. 3l Ringer infundiert bekommt und dann am nächsten Morgen nicht einmal einen Kater hat, der wird aus der Sache nichts mitnehmen und sich denken “die Vollidioten mit Blaulicht sind beim nächsten Mal auch wieder da”… werden sie auch sein… weil es ihr Job ist…
Entry Filed under: Ernstes. Schlagworte: Alkohol, Jugendliche, Koma, Kotzen, Vomex.
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1.
Ghettomaster | Juli 29, 2008 at 3:48
Früher hat man Spass gehabt um zu trinken, heute trinkt man um Spass zu haben. Heutzutage ist der Vollrausch erklärtes Partyziel, das ist das Problem.
2.
torschtl | Juli 29, 2008 at 7:07
ja, wie ich oben schon zugegeben hab: ich trinke auch fast jedes wochenende und das auch mit spaß, aber ich weiß in 99,9% der fälle wann gut ist und das wissen die 10-18jährigen heute leider nicht mehr…
3.
stef | Juli 29, 2008 at 9:50
beim thema saufen sind alle gleich, derjenige, der mit mühe auf der HS ist oder auch der gymnasiast..da wird dann auf wochenendgangster gemacht und gesoffen bis der (not-)arzt kommt. die krankenkasse zahlts, manchen eltern ists egal, na toll..das thema is grad irgendwie groß in den medien, warum eigentlich, gabs irgendne neue studie oder so? hab nur mitbekommen, dass die zahl der jugendlichen die mit alkointox in die notaufnahme kommen sich seit anno irgendwann verfünffacht hat..
4.
frankthefrog | Juli 30, 2008 at 9:25
1. Siehe mal meinen Blogg zum Thema Emo’s. Geistige Umnachtung inbegriffen!
2. Ich hab gesoffen. Ich saufe immernoch. Und ich denk ma ich werds weiter tun. Mit dem Unterschied, dass es mittlerweile nicht mehr so krass wird.
Ich habe nie im besoffenen Kopf geschlagen. Im Gegenteil ich werd immer anhänglich und schlafe einfach ein…
Auf die Intensiv hab ichs auch geschafft. Am Realschulabschluss. Kann passieren ;-)
5.
Simon | August 1, 2008 at 8:10
Wenn 21jährige anfangen von “früher” zu erzählen…
6.
torschtl | August 2, 2008 at 10:28
wenn ich 6 jahre in die vergangenheit blicke, is das für mich früher, sorry… wie nennst dudes? später?
7.
medizynicus | August 13, 2008 at 6:40
Mir gefällt noch am besten das “Hamburger Modell”. Schade, dass es nirgendwo kopiert worden ist:
Wer “nur” besoffen ist, landet nicht im Krankenhaus sondern in der “Zab”, der Zentralambulanz für Besoffene… äh… Betrunkene. Und da kommt dann am nächsten Morgen wirklich die Rechnung….
8.
frankthefrog | November 5, 2008 at 12:54
Früher… soll ich am besten sagen vor 4 Jahren oder wie? egal…
Hamburger Modell ist doch echt geil… da wachste auf, hast nen kater, sowieso kein geld mehr in der tasche und kriegst dann noch ne rechnung. :-D