Leitstellenbesuch
April 25, 2009
Gestern war also der von mir langersehnte Tag gekommen und die Besichtigung der Integrierten Leitstelle Musterstadt stand an. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Schichtführer begaben wir uns in einen Besprechungsraum, wo wir zuerst mit ein paar Zahlen konfrontiert wurden. So gehört die Leitstelle Musterstadt vom Einsatzaufkommen her zur 3. größten Bayerns, vom Einzugsgebiet her ist sie die größte. Für fast eine halbe Million Menschen ist die 19222 / 112 die erste Anlaufstelle im Notfall. Nach diesem kurzen Überblick, wurden wir gebeten Fragen zu stellen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde.
Anhand eines Trainingssystems wurde und dann die Software erklärt. Hier zeigten sich auch schon die ersten Schwierigkeiten. So konnte man z.B. sehen, dass nicht nur die Navis auf KTW und RTW ihre Macken haben, sondern auch das täglich aktualisierte System der Berufsfeuerwehr. Wirre Streckenführungen mit bis zu 4km Umweg bei einer normalen Fahrtzeit von 2 Minuten, Hausnummern, die es eigentlich gar nicht gibt usw.
Zu guter Letzt erklärte man uns dann auch noch, dass die Leistelle z.B. in 90% der „Is eh nur a Haufen Schmarrn“-Einsätze das auch schon vorher weiß, jedoch bei bestimmten Stichwörtern dazu gezwungen ist, einen Notfall/Notarzteinsatz aus dem Anruf zu basteln, obwohl der Patient bei der KVB wohl besser aufgehoben wäre. Viele Missverständnisse zwischen Leistelle und Besatzung konnten aus dem Weg geräumt werden, was der Arbeit in Zukunft sicher zuträglich sein wird.
In den kommenden Wochen und Monaten wird darüberhinaus die Standortortung für die Notfallrettungsmittel eingeführt, was das ständige „Frage Standort?“ am Funk überflüssig machen wird. „Die Leberkassemmel zum Frühstück wird Euch aber auch dann nicht verwehrt werden“, scherzte der Referent, auf eine Frage nach der „totalen Überwachung“ der Besatzungen. „Mir is lieber ich weiß, wo ich Euch gerade rumtreibt und kann dann dementsprechend disponieren, bevor sich keiner am Funk meldet“, fügte er augenzwinkernd hinzu.
Aber auch schon in der Vergangenheit gab es bezüglich oben genannter „Probleme“ eigentlich noch nie ein böses Wort. Ein Retter, der satt ist, ist ja auch dementsprechend höher motiviert, was wieder allen zugute kommt.
Alles in Allem ein sehr lehrreicher Abend, der nur Gutes hatte.
Entry Filed under: Allgemein. .
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1.
chefarzt | April 25, 2009 at 8:14
Big Leitstelle is watching you im Dienst. Was Du privat machst, guckst Du auf Twitter, freiwillig.
2.
gr3if | April 28, 2009 at 10:57
Wo Chefarzt Recht hat… Ist genau das gleich mit Qm… Im privaten suchen die Leute für alles Anleitungen im Dienst soll es möglich wenig feste Rythmen geben…
Paradox.
Wusstest du übrigens: In den meisten Leitstellen die nach einem Abfrageschema Abfragen und Alarmieren gibt es deutlich mehr Na Einsätze als vorher ;D
3.
Sebastian | Mai 7, 2009 at 3:09
Naja, bisher haben bei uns (ca. 570k EW im Bereich) nur die 5 NEFs mit einer GPS-Rückmeldung.
Aber schon das ist vom Aufwand nicht machbar, daß man sich ständig deren Standorte angucken könnte.
Also keine Angst, wir sind gut genug beschäftigt, um euch nicht überwachen und denunzieren zu können ;)