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Rauschgift für Lau

Es soll Leute geben, die kaufen illegale Substanzen, um sich zu berauschen. Im OP gibt`s die für Lau ;-)

Bei mir im Klinikpraktikum lief die Narkose in den allermeisten Fällen mit den folgenden Substanzen ab:

Am Anfang: “0,2 Fenta” - Fentanyl: sehr starkes Schmerzmittel, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

danach: “Trac” - Tracrium bzw. Atracurium, wie der Wirkstoff heißt - Muskelrelaxans; wird am Anfang nur in ganz kleiner Menge injiziert, um die Rezeptoren bereits aufzusättigen, so dass die tatsächliche Muskelerschlaffung dann schneller geht, wenn es soweit ist. Man gewöhnt die Rezeptoren praktisch an den Stoff, den sie wenige Sekunden später in größerer Menge erhalten werden, einfach formuliert…

zum Schluss: (je nach Patient) “400 Diso” - Disoprivan oder auch Propofol; das eigentliche Schlafmittel, das in Fett gelöst ist und dadurch bei einigen Patienten eine Venenreizung auslösen kann, welche sich durch ein kurzes Brennen äußert. Harmlose Geschichte, weilm an wenige Sekunden später ja eh weggetreten ist und nix mehr spürt ;-)

danach noch den Rest vom “Trac” und dann kann die Show beginnen…

Nachdem diese 3 Mittelchen im Körper sind, lassen sich die allermeisten Patienten problemlos intubieren bzw., bei kürzeren Eingriffen, die Larynxmaske einführen. Aufrechterhalten wird die narkose dann mit einem speziellen Narkosegas, welches über die Beatmung miteingeschleust wird und dann in der Lunge in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Stichworte wären hier: Verdrängungsreaktion, Diffusion und so weiter und so fort. Würde hier, meiner Meinung nach, zu weit führen.

Achja: Das gute alte Lachgas, dass man noch aus alten Schwarz-Weiß-Filmen kennt hat im Übrigen auch noch nicht ausgedient und wird eigentlich mehr oder minder standardmäßig bei jeder OP miteingesetzt.

Dass das Zeug wirklich “ballert” merkt man spätestens, wenn man entweder schon selber einmal eine Vollnarkosse genißen durfte oder einfach nur in die Gesichter der Patienten schaut, nachdem Ihnen vor 2 Sekunden der Tubus gezogen wurde… wenn man zu nem Notfall mit Stichwort “Alkintox” kommt schauen die Leute nicht viel schlechter aus ;-)


2 comments Juni 6, 2008

Wie läuft ein normaler Krankentransport?

Hallo,

da es zur Zeit außer dem ganzen Durchschnittszeug nichts wirklich etwas zu berichten gibt, werde ich heute einmal diejenigen unter euch aufklären, die mit der Materie Rettungsdienst nichts am Hut haben. Ich will heute einmal die Frage “Wie läuft ein normaler Krankentransport?” erörtern.

Grundsätzlich besteht jede Fahrzeugbesatzung aus Fahrer und Beifahrer. Die Gesamtheit aller Einsätze wird über die Rettungsleitstelle (RLST) koordiniert. Wir nehmen nun an, dass unsere Patientin Frau Muster heißt und 76 Jahre alt ist. Fr. M. wohnt in einem Seniorenwohnheim circa 15km von dem Krankenhaus entfernt, in das sie zur ambulanten Nachuntersuchung ihres Unterschenkels muss, den sie sich vor 4 Wochen gebrochen hatte.

Fr. M. bzw. eine der Angestellten des Seniorenheims ruft also nun bei der RLST an und bestellt für 10°° Uhr einen Krankentransport in die Klinik xyz. Der Disponent in der RLST hat auf seinem Bildschirm eine Übersicht über alle Autos, die ihm zur Verfügung stehen, um den Auftrag bzw. die Dienstleistung abzuwickeln. In der Regel wird der Disponent nun ein Auto wählen, das möglichst nahe am “Einsatzziel” - dem Altenheim - steht, um eine zeitnahe Abwicklung zu ermöglichen. 15km Anfahrt bedeuten für den Krankenwagen eine Anfahrtszeit von etwa 10 Minuten, also wird der Disponent um ca. 9:40 Uhr bei uns in der Wache anrufen und uns den Auftrag durchgeben.

Dieser Auftrag wird dann handschriftlich notiert und, da es sich ja um keinen Notfall handelt, kann man sich dann schön langsam auf den Weg in Richtung Auto machen (damit meine ich nicht trödeln!). Während der Anfahrt zu dem Seniorenheim, hat der Beifahrer ja - so gesehen - nichts zu tun. Das stimmt auch und deswegen schnappt der Beifahrer sich das sog. Newton (sieht aus wie ein Palm und hat die Größe einer DINA5 Seite) und kümmert sich ums “Geschäft”. Er trägt zum Beispiel die Fahrtstrecke ein (Altenheim abc nach Krankenhaus xyz), die Einsatzuhrzeit (9:40), die Besatzung des Fahrzeugs (jeder Mitarbeiter hat eine eindeutige Nummer), das Fahrzeugkennzeichen, den Anfangskilometerstand und alles, was sonst noch relevant sein könnte.

Am Fahrtziel angekommen, nimmt man entweder den Tragestuhl oder die Liege mit zum Patienten und lagert diesen dann um. Das kann entweder geschehen, indem das Rollboard zum Einsatz kommt, mit dem man den Patienten ganz ohne viel Kraftaufwand vom Bett auf seine Liege rüberziehen kann oder man nimmt ein Tragetuch (Ein Tuch aus Kunststoff mit Griffen), das dem Patienten “untergeschoben” wird. Ist das geschafft und der Patient bei einigermaßen guter Gesundheit, bekommt er noch eine Decke, bevor es in Richtung Auto geht. Nach dem Einladen, nimmt der Fahrer seinen ursprünglichen Platz wieder ein und der bisherige Beifahrer gesellt sich zu dem Patienten in den Patientenraum des Fahrzeugs, um im Falle eines Falles eingreifen zu können.

Im Krankenhaus angekomme dann wieder das gleiche Spiel. Ausladen, auf die richtige Station bringen, umlagern und dann kommts: Warten oder nicht? In der Regel gibt es bei uns folgendes ungeschriebene Gesetz. 20-25 Minuten gehen klar. Das heißt: Der Doktor sagt zu uns “Dauert max. 20 Minuten” -> Wir rufen in der RLST an und fragen, ob das klar ist, oder ob wir auf jeden Fall zum nächsten Einsatz müssen. Gibt die LST ihr OK können wir derweil einen Kaffee trinken gehen oder wir warten, indem wir nichts tun.

Nach abgeschlossener Untersuchung, bekommen wir von dem Krankenhaus xyz dann einen sog. Transportschein, auf dem alle relevanten Daten wie Patientenname, Adresse, Krankenkasse und Geburtsdatum vermerkt sind. Diese Daten sind unbedingt erforderlich, damit wir den Einsatz abrechnen können. Nachdem wir also wieder zurück am Auto sind, die Liege frisch bezogen haben und eventuelle Verunreinigungen entfernt und die betroffenen Stelle desinfiziert haben, geht es wieder zurück zum Papierkram. Die Daten werden vervollständigt. Dabei geht es um die Fragen: Welche Einsatzart war das? Eine Ambulanzfahrt? Eine Verlegung? Eine Heimfahrt? und welche Tarifart ist hier erforderlich? Ein von der Krankenkasse bezahlter Krankentransport? Ein Krankentransport, der von der betroffenen Person privat gezahlt wird oder gar eine von einem anderen Krankenhaus in Auftrag gegebene Konzilfahrt, deren Kosten das anweisende Krankenhaus übernehmen muss? (tritt z.B. dann auf, wenn ein Patient zur Computertomographie muss, das behandelnde KH aber kein CRT besitzt). Ist dies alles geschafft, gibt man der Leitstelle die Rückmeldung, dass man von nun an wieder einsatzklar ist. In dem Fall, dass man gleich einen Folgeauftrag erhält, kann man den letzten Einsatz abschließen. Der Endkilometerstand wird notiert (sowohl im Fahrtenbuch als auch im Newton) und die Tarifkilometer werden berechnet. In unserem Beispiel hätten wir z.B. 17km Anfahrt (weil unsere Wache z.B. 2km vom KH entfernt ist) + 15 Rückfahrt zum Krankenhaus = 32 Tarifkilometer. Bei einer Pauschale von 36€ und ein paar Zerquetschten und einem Kilometergeld von ca. 1,60€ kämen wir somit auf 87,20€, die dieser Krankentransport gekostet hat.

Fragen und Kritik sind - wieder immer - erwünscht.


Add comment September 29, 2007


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