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Tägliche Bedrohung

Im Rettungsdienst verhält es sich genau so wie in allen Berufen, die in der medizinischen Richtung angesiedelt sind: Man hat viel Kontakt zu fremden Menschen und damit auch ständig die verschiedensten Keime und Erreger um sich. Damit ihr seht, mit was wir im Krankentransport Tag für Tag zu tun haben, habe ich einmal eine kleine Übersicht mit den häufigsten Krankheiten zusammengestellt:

Der König der Bakterien… MRSA (= Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)

Subjektiv empfunden ist jede 1,5te Infektion ein MRSA.

Für uns bedeutet das: Schutzkittel bzw. Ganzkörperanzug, Kopfhaube, Mundschutz, Einmalhandschuhe und nach dem Beenden der vollständigen Desinfektion des Autos - Dienstkleidung wechseln.

Der MRSA ist ein Bakterium, das so ziemlich gegen alle bekannten Antibiotika resistent ist und deshalb nur dessen Ausbreitung deshalb nur schwer eingedämmt werden kann. In Deutschland geht man im Übrigen davon aus, dass ca. 20% aller Menschen den Keim in sich tragen. Bei einem gesunden Immunsystem stellt er hingegen keine allzu große Bedrohung dar.

Deutlich seltener trifft man auf Pseudomonas

Er ist mir während meiner Zeit bisher nur 1-mal untergekommen. Die Schutzausrüstung deckt sich mit der von MRSA. Ähnlich wie der MRSA stellen Pseudomonas für den gesunden Menschen keine großartige Bedrohung dar, kann jedoch für Immungeschwächte Patienten zum echten Problem werden und dann unter anderem Infektionen der Atem- und Harnwege, Lungenentzündungen oder Herzbeschwerden hervorrufen.

Vor allem bei Patienten mit Drogenvergangenheit trifft man recht häufig auf eine Form von Hepatitis

Für das ungeübte Auge äußerlich nicht zu erkennen, stellt die Leberentzündung (Hepatitis) eine Gefahr dar und kann im schlimmsten Fall auch zum Tod führen. Deshalb ist es gerade für das Personal wichtig besonders hohe Vorsicht beim Umgang mit Nadeln oder anderweitig infektiösem Material walten zu lassen.

Deutlich seltener als von mir vermutet haben wir es mit dem HI-Virus zu tun, der im weiteren Verlauf zu AIDS führt. Da der Virus nicht durch Speichel übertragen werden kann (außer man bekommt ein paar Liter davon ab ;-)), muss man hier lediglich wieder aufpassen, dass man möglichst nicht mit dem Blut des Patienten in Berührung kommt. Offene Wunden sollte man deswegen natürlich auch meiden. Versorgt durch sterile Auflagen o. ä. sind diese bei einer Verlegung von KH zu KH ja sowieso.

Fragen / Kritik wie immer in die Kommentare


5 comments Dezember 9, 2007

Jaaaa!

Es gibt ihn noch den pünktlichen Feierabend. Stellt euch vor: Am Freitag vin ich um 17:05 eingerückt, konnte in aller Ruhe die Wochenendreinigung des Fahrzeuginnenraums durchführen, sämtliche Transporte der Woche ins Zast hämmern und dann noch zum Abschluss einen Kaffee trinken und ne Kippe rauchen. Herrlich, wenn man endlich mal merkt, dass man auch noch einen Parasympathikus hat…


Add comment Dezember 1, 2007


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