Beiträge getaggtKlinikpraktikum
Intensiv – Tag 1
Heut ging es also weiter im Klinikpraktikum. Intensiv war angesagt… und zwar um 6 Uhr morgens… eieiei… aber dafür umso früher daheim. Die erste Scheiße an diesem Tag war gleich mal, dass die hier nur 7,5h arbeiten. Das heißt wiederum, dass ich nicht am nächsten Freitag fertig bin, sondern erst am Montag, was wiederum heißt, dass ich später in die Notaufnahme komme, was wiederum bedeutet, dass sich das ganze Praktikum nach hinten rausschiebt, was wiederum heißt, dass es gefährlich knapp mit der 6 Wochen-Frist (Warum egtl. so lange vorher… -.-) für die Anmeldung zum RS-Lehrgang wird. Gut, dass ich einen super Vorgesetzten in der Wache habe, der das mit dem Referat Ausbildung geregelt hat… :)
Zusammen mit der Praxisanleiterin der Intensivstation begann der Tag dann eigentlich recht gut. Nämlich mit Kaffee… und Kaffee = gut! Währendessen war die Übergabe im Pausenraum, wo halt alles Relevante von der Nachtschicht an die Frühschicht übergeben wurde. Danach sammelten sich alle vor der Magnettafel, wo die ganzen Patientennamen nebst Zimmernummer vermerkt sind und das Lottospiel ging los. Jeder schnappte sich das Zimmer, das er wollte bzw. in dem er die Patienten am Besten kennt.
Wir bekamen folgende Konstellation:
- 1mal Zustand nach Rea bei Zustand nach Suizidversuch; künstl. Koma und beschnauft – Genesungschancen zwecks fetzen Hypoxie laut behandelndem Arzt gen null.
- 1mal Teerstuhl und Bluterbrechen bei V.a. Gastroblutung. Patient zwar in fortgeschrittenem Alter, aber sehr freundlich und einigermaßen selbsstständig
Begonnen wurde dann mit der Körperpflege. Patient 2 brauchte dazu lediglich ein Wenig Unterstützung und machte das ansonsten relativ selbsständig. Die Rasur (nass) übernahm dann ich und – ich konnte es kaum glauben – die Frau und seine Tochter packten später gleich noch ne Tüte Lob aus, wie toll ich das doch gemacht hätte.
Meine Theorie: 1. Sie haben das Schild Praktikant überlesen 2. Sie wussten nicht, dass das mein 1. Tag hier ist 3. Sie wussten ebenfalls nicht, dass ich zum ersten Mal im Leben einen fremden Menschen rasiert habe… aber is ja auch Wurscht, weil schließlich das Ergebnis zählt.
Zeitumfang bei Patient 2 für Körperpflege: 35 Minuten ca.
Bei Patient 1 dauerte das Ganze dann eher 1,5h… aber ist ja auch klar… war auch nicht weiter schlimm. Ein Lob auf den Erfinder der Latexhandschuhe. Ein Job für jeden Tag wäre das allerdings nicht für mich.
Den Rest des Tages verbrachte ich dann mit der halbstündigen Kontrolle der Monitoring-Werte, welche dann auch in der Kurve des Patienten vermerkt wurden, um den Verlauf ablesen zu können. Die Hand tut mir auch weh, weil diese scheiß großen Perfusor Spritzen zwar leicht zum Aufziehen sind (großes Lumen der Nadel), aber einfach sogar für meine Hände (bin knapp 1,90m) zu klobig sind, was einen dann leicht spackig aussehen lässt, wenn man die Medikation gerade vorbereitet.
Dann wurde halt noch die Beatmung gereinigt und die Tubusfixierung gewechselt und halt alles, was so anfällt… sind einfach zu viele Eindrücke, um diese jetzt anschaulich zu beschreiben.
Schade ist, dass Patient 2 heute nachmittag noch auf die Normalstation verbracht werden wird, so dass die Gefahr hoch ist, dass wir ab morgen 2 „aufwändige“ Patienten zu betreuen haben. Naja… dafür ist es ja die Intensivstation…
4 comments Juni 9, 2008
Klinikpraktikum – Tag 3
heute gibt es nicht wirklich viel zu erzählen. Mein „Mentor“ hatte heute leider nicht die Gelegenheit, mich einen Zugang legen zu lassen, weil die OPs von Belegärzten belegt waren, die optimale Betreuung und kurze Leerlaufzeiten forderten, um lukrativ arbeiten zu können. Dafür durfte ich unter der Aufsicht des Anästhesisten eine Larynxmaske legen… ist ja auch nicht schlecht.
Ansonsten war bei mir heute nur 1 Sorte von OP geboten: Kniespiegelungen umgangssprachlich auch Arthroskopie genannt ;-).
Die erste war ja noch ganz interessant, aber als es bei der zweiten wieder 1zu1 genauso ablief, verdrückte ich mich dann doch in Richtung Kaffeemaschine und wartete bis der nächste Patient zur Einleitung bereitstand…
Add comment Juni 4, 2008
Ausführlich – für Aussenstehende
So, jetzt hab ich gerade noch ein Bisschen Zeit und darum schildere ich Euch jetzt noch ausführlich, wie es im OP so zugeht.
Man begibt sich in seiner normalen Krankenhaus-Dienstkleidung in die OP-Umkleide. Dort sucht man sich dann irgendeinen freien Spind und deponiert ALLES da rein. Danach begibt man sich in utnerwäsche in die eigentliche Schleuse. Dort stattet man sich dann mit Mundschutz, Kopfhaube, einer grünen Hose und einem grünen Oberteil aus. Der Mundschutz und die Kopfhaube werden nicht abgenommen, sobald man diese Schleuse verlässt. Eine Ausnahme stellt lediglich der Aufenthaltsraum dar, denn Trinken mit Mundschutz ist schwierig.
Der eigentliche OP ist dann in 3 Teile aufgeteilt. 2 Räume – Die Ein- und die Ausleitung und natürlich der eigentliche OP-Saal. Die Patienten kommen als in Ihrem Bett in die Patientenschleuse und werden dort dann mit einem überdimensionalen, automatischen Rollbrett auf denn entsprechenden OP-Tisch umgelagert (Gyn, chirurgisch usw…). Dieser OP-Tisch ist dann fahrbar. So wie der Pat. nun liegt wird er in die Einleitung geschoben. Dort passiert dann wiederum Folgendes:
- Kurze Begrüßung (Wer bin ich und was mach ich jetzt mit ihm / ihr?)
- Zugang wird gelegt, falls nicht vorhanden (in der Regel wird aber fast immer ein frischer gelegt, weil man dann ausschließen kann, das der bereits vorhandene eventuell „para“ liegt, was dann zu Nekrosen o. Ä. führen könnte)
- EKG wird geklebt (3-Kanal – oben links, oben rechts und auf Höhe der rechten Brustwarze „die grüne Ableitung“… hat den Sinn, dass das Kabel nicht stört, wenn der Bauch desinfiziert wird usw…)
- Pulsoxymetrie wird noch schnell angeklipst
- Blutdruckmanschette wird angelegt und das Messintervall auf 5 Min. eingestellt
Dann ist der Pat. bereit für den eigentlichen Teil der OP. Der Tisch wird in den OP gefahren und dort fixiert. Je nachdem, welcher Eingriff vorgenommen wird, wird dann noch die Höhe des Tisches eingestellt. Das vorher angelegte Monitoring wird – dank austauschbarer Module – einfach aus seiner Einheit genommen und in die baugleiche Einheit im OP eingesteckt. So entfällt das lästige Umstecken.
Danach werden dann noch die Arme fixiert, da die Muskeln ja während der Narkose keinen Tonus haben und die Arme deswegen früher oder später runterfallen würden. Außerdem ist so sichergestellt, dass der Arm gestreckt bleibt und die Infusion einwandfrei reinlaufen kann.
In der Regel kommt zu diesem Zeitpunkt dann der Anästhesist, der dem Anästhesiepfleger anweist, die Narkose einzuleiten. Dies geschieht mittels eines starken Schmerzmittels, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, eines Schlafmittels und zuletzt eines Muskelrelaxans. Sobald der Patient dann bewusstlos ist, wird er intubiert. Je nach geplanter Länge der OP entweder per Larynxmaske (bietet keinen Aspirationsschutz) oder per normalem Endotrachealtubus. Nachdem der Tubus sitzt fangen dann die OP-Schwestern / Brüder an, die gewünschten Stellen zu desinfizieren und die Bereiche außenrum abzukleben. Parallel dazu wird das sterile OP-Besteck hergerichtet.
Nach der ganzen Vorbereitung kommt dann der jeweilige Facharzt und es kann losgehen.
In der Ausleitung wird der Patient dann – falls nötig – noch grob gesäubert, so dass man ihn guten Gewissens zurück auf die jeweilige Station entlassen kann, wo dann die gründliche Körperpflege durchgeführt wird.
Alles in Allem ein sehr monotones Geschäft, dass aber nicht minder spannend ist, weil man sich als Praktikant frei zwischen den (bei uns 8) OPs bewegen kann und so aus allen Fachrichtungen was zu sehen bekommt.
Gute Nacht. Man liest sich.
1 comment Juni 2, 2008
Und dann war da noch…
Am Montag beginnt mein 1-monatiges Klinikpraktikum. Natürlich wird es – so denk ich zumindest jetzt – mindestens jeden 2. Tag ein Update geben. Beginnen werde ich in der Notaufnahme. Neben der NA muss ich noch die „Stationen“ „OP“ und „Intensiv“ durchlaufen. Im OP geht es vor allem darum, dass man einen kleinen Einblick in die klinische Medizin bekommt und – wenn man sich nicht allzu dumm anstellt – ein wenig assistiert, während auf der Intensiv eher pflegerische und montone Maßnahmen (Perfusor herrichte, Medikation vorbereiten) gefragt sind. Alles in Allem würde ich persönlich lieber weiterhin Sanka fahren, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch einmal interessant am absoluten Ende der Rettungskette zu stehen.
4 comments Mai 30, 2008


