Hi Murphy
Heute war ich auf dem RTW dabei, damit ich mal wieder bisschen lerne unter Stress zuarbeiten und nicht nur immer “Trage raus - Patient drauf - Patient runter - Trage rein” trainiere. Auf dem RTW ist es hier bei uns so, dass man in der Regel tagsüber zwischen 2 und 4 Einsätze fährt, da ja im gesamten Gebiet 6 RTW + 2 NAW vorgehalten werden, so dass sich das alles schön verteilt. Wir gaben uns heute 2mal die Ehre.
Da war zum Einen der Sturz im Altenheim. Pat. ,weibl., fortgeschrittenes Alter ist beim Gehen vom Stuhl zum Bett nach hinten umgefallen. Laut Fremdanamnese war sie nicht bewusstlos und hat auch nicht erbrochen. Sie gibt - auch aufgrund ihrer Demenz und Osteoporose - bei der Palpation egal welcher Körperstelle Schmerzen an. Der Bodycheck verlief dann etwa so: “Tuts da weh? - Ja, und da? - ja - und hier? - ja”… also eher weniger zufriedenstellend. Um von vornherein auf Nummer sicher zu gehen, entschieden wir uns dann für die vollständige Immobilisation mittels Stifneck + Vakuummatratze. Der Transport ins nahe KH verlief dann problemlos.
Nachdem wir dann den Rest der Vormittags kaffeetrinkend und konversierend auf dem *großerPlatz* verbrachten, entschieden wir uns zum Essen ins große KH am Rande der Stadt zu fahren. Schweinebraten mit Nudeln oder Kartoffeln - lässt sich sehen. Nach der kurzen Pause meldeten wir uns wieder frei und ein “C” samt “Frisch auf den Tisch” prasselte über den Funk auf uns nieder. “Fahren sie mal zum *großenPlatz* im dortigen Kaufhaus - bewusstlos” - Waren wir da nicht den halben Vormittag über? - ganz genau.
Da ich für meinen RS ja 10 Einsatzberichte anfertigen muss und da auch 5 Notarzteinsätze darunter sein müssen, war mir das ganz recht (mal wieder die Bitte: nicht falsch verstehen… das wäre auch passiert, wenn ich mein protokoll nicht schreiben müsste…). Mit Pauken und Trompeten sind wir dann da aufgeklatscht, nahmen alles, was nicht fest mit der Karosserie verschraubt ist in die Hände und folgten dem Einweiser.
Vorgefunden haben wir dann einen Mann, der - laut Zeugen - krampfend zusammengebrochen war und seitdem nicht mehr ansprechbar wäre. Der Ersthelfer des Betriebes (eine sehr nützliche “Beschaffung, wenn ihr mich fragt) hatte seitdem Puls und Atmung überwacht und den Patienten in die stabile Seitenlage gebracht. Da gibt es so einen Punkt auf dem Notfallprotokoll, wo geschrieben steht: Ersthelfermaßnahmen: [x] effizient [ ] uneffizient. Das kann man nicht allzu oft ankreuzen :P
Der Notarzt war - gemäß dem Meldebild - natürlich zeitgleich mit uns alarmiert worden. Der Versuch einen i. v. Zugang zu bekommen, schlug fehl, da der Patient kurz nach unserem Eintreffen wieder zu krampfen begann. Zwischendurch versuchte er sogar sich aufzurichten und seine Jacke anzuziehen, war dabei aber “völlig neben der Spur” also weder empfänglich für Ansprache von außen, noch wusste er höchstwahrscheinlich selber was grad in ihm vorgeht. Zu dritt schafften wir es dann ihn am Boden zu halten (er wog geschätzte 70kg und hatte die Kraft uns alle 3 in Schwung zu halten…), so dass der Doc dann 5mg Dormicum i . m. verabreichen konnte, weil er keine Möglichkeit sah, den Zugang hier an Ort und Stelle vernünftig zu legen. Das Dormicum zeigte dann recht schnell seine Wikung, was es uns ermöglichte den Pat. auf die Trage umzulagern und dort wieder in die Seitenlage zu bringen. Im Auto wurde er dann mit einem venösen Zugang versehen und bekam weitere 5mg Dormicum bis er dann ruhiggestellt werden konnte. Der Transport lief dann problemlos ab und der Patient wurde - schon langsam wieder zu sich kommend - in der Notaufnahme an den aufnehmenden Neurologen übergeben.
Wie war es für mich persönlich?
Ich hatte krassen Puls ;-) Zum Einen mussten wir ständig aufpassen, dass wir nicht eine auf die Nase bekommen, zum Anderen wussten wir, dass der NA in den nächsten Minuten eintreffen würde und wollten bis dahin den Zugang liegen haben, 15mg Dormicum mit 15ml NaCl verdünnt haben und gleichzeitig die Infusion, die ja für den Zugang benötigt wurde, fertig entlüftet bereitliegen bzw. schon laufend am Patienten haben. Die Infusion war fertig, das Dormicum fand ich dann auch endlich, als der LRA mich darauf hinwieß, dass des hier Midozolam heißt ;-) und im Endeffekt hätte aus meiner Sicht die Versorgung des Patienten kaum schneller bzw. besser ablaufen können.
Bevor noch jemand lästert: Die Absaugbereitschaft war das ALLERERSTE, was ich hergestellt hatte ;-P
6 comments April 23, 2008


