Beiträge getaggtNotfall

“Super” Start…

Da kommt man noch völlig erschöpft aus dem Urlaub und muss schon wieder arbeiten. Wie ihr ja sicher mitbekommen hat, kann man “krank” weitläufig definieren, aber gerade heute - am ersten Tag nach 2 Wochen Ruhe - sollen wir zu Frau Haumichblau. Frau Haumichblau hätte Kopfschmerzen und muss zur ambulanten Untersuchung in die Praxis Schlagmichtot.

Frau Haumichblau ist Mitte 80, hat ein (seit Geburt?) stark kontrahiertes rechtes Bein und seit heute Morgen um 8 Uhr Kopfschmerzen. Es ist jetzt 10 Uhr und Frau Haumichblau verlässt das Haus auf ihren 2 Beinen mit Hilfe von Krücken so gut wie selbstständig. Motor an und nach gefühlten 15 Metern Fahrt “Mir ist schlecht…” - ich war grad dabei die Handschuhe auszuziehen, revidierte meine Entscheidung aber sofort. Schnell lass ich meinen Blick in das Regal ders KTW schweifen und erblicke zu meiner Freude 2 Sick-Sags (stellt euch das vor wie ein Kondom fürn Elefanten…). Ich reiche ihr also einen davon und schon geht die Luzi ab… 0,2 Liter… 0,5 Liter… 1 Liter… Beutel so gut wie voll… Zugeklebt und in den Abfall geschmissen… Abfalltüte zusätzlich noch zugeknotet… “Immer noch…” - “. Beutel… bis ca. 0,5 Liter…

Status 8… an der Praxis angekommen. Ab in Richtung CT … “wird etwa 25 Minuten dauern” - Ich denke “Juhu, wir dürfen max. 15 warten…” - Hinten am CT angekommen. “Oh, das sieht ja nach was akutem aus… die nehmen wir gleich dran”… “grml”.

Nach 35 Minuten und 2 CT Durchgängen (beim ersten wurde irgendwie ein Foto vergessen oder wad weiß ich) ist die Patientin fertig. Während der Rückenlage im CT musste sie sich im Übrigen kein einziges Mal übergeben. Wir helfen ihr also beim Aufsetzen, setzen sie wieder in unseren Tragestuhl und schon geht’s wieder los… wir sind bei 1 Liter.

Nach weiteren 10 Minuten hat die Ärztin dann die Bilder ausgewertet und spricht von einem “kleinen Apo”. Wir sollten doch nach *FachklinikfürNeurologie*. Wir bitten - in waiser Voraussicht - um eine Voranmeldung und desweiteren um eine NaCl und ne Dosis Vomex, die uns aber verweigert wird, weil wir ja “eh gleich da” wären… oh ja, stimmt, die Patientin hat ja erst 1,5 Liter Flüssigkeit in den letzten 45 Minuten verloren. Da ist bestimmt noch einiges drin.

Wir also dann zügig in Richtung Auto gegangen und mit HallelujaJuche und Blaulicht in das oben beschrieben KH gefahren, wo wir auf der Stroke-Unit von 7(!) Leuten erwartet wurden :) und für unsere Anmeldung im Voraus gelobt wurden… also… war eigentlich der Ruhm vom Kollegen, weil der die Ärztin extra noch 2 Minuten bequatscht hat, dass sie doch voranmelden möge.

Das Beste an der Geschichte: Mein Pulli war danach noch genau so weiß wie vorher, die Patientin hatte sich ebenfalls nicht bekleckert und ich war einfach nur froh, dass es ein sitzender Transport war und die Würgereflexe noch voll vorhanden waren…


2 comments März 31, 2008

Kiddies auf dem KTW

Eine willkommene Abwechslung zur Ü60 Generation sind die Erdenbürger U16. Kiddies :) Seit dem Beginn habe ich nun schon 3 Kinder gefahren. Das erste war ein Pflegefall von Geburt an und - das soll jetzt nicht so klingen als würde ich mich witzig machen, denn das liegt mir fern - dementsprechend unkommunikativ. Aber die anderen 2 waren echt cool. Das eine war ein Mädel, die ich in den 2 Wochen, wo ich auf NAW und RTW gesessen bin ganze 3mal gefahren hab. Jedes Mal hieß es bewusstlos. Anscheinend ein Fall von akuter Schuleritis, denn weder Neurologe, noch Internist noch *hierbeliebigenFacharzteinsetzen* fand irgendeine Ursache. Naja, das Ende vom Lied war dann, dass ich sie in meiner 2. Woche auf dem KTW in die Jugendpsychatrie gebracht habe. Aber hey, nix gegen das Mädel. Die war nett, aber hatte wohl ein kleines Problem mit ihrem Elternhaus.

Das 3. Kind war ein Bub. Passiert vor nicht allzu langer Zeit. Wir melden uns im mittelgroßen KH am Rande der mittelgroßen Stadt frei und werden notfallmäßig nach *5kmweitweg* geschickt. Fußverletzung bei einem Kind - Notfall ohne Notarzt. Was bot sich uns? Der perfekte Unfall. Kind spielte auf einer Streugutkiste, rutschte aus, rammte sich ein Stück Eisenstange (wohl nicht allzu tief) in den Oberschenkel, humpelte zu einer Anliegerin, welche einen PERFEKTEN, und ich meine wirklich PERFEKTEN, Druckverband angelegt hatte und danach uns verständigt hatte. Was blieb zu tun? Verband runter - Wunde blutet wieder - muss neu verbunden werden? Nä! Ich schnappte mir also das Kind (30kg kann man ja die 10 Meter zum Auto tragen) und legte es auf unsere Trage. Decke drüber und ab in Richtung Kinderklinik. Alle 3-4 Minuten warf ich einen Blick auf den Verband und stellte zu meiner Zufriedenheit fest, dass da nix durchsuppte :)

Seine größte Sorge war im Übrigen das verpasste Fußballtraining, zu dem er gerade unterwegs war. Ach, schöne unbeschwerte Jugendzeit ;-)

Mein Kollege meinte dann nach der erfolgreichen Ablieferung: “Scheiße man, die Breitenausbildung hat echt Fortschritte gemacht. Den Druckverband hätt`i ned so faltenfrei hingebracht” *grins*


1 comment März 11, 2008

Kiddie im Vollsuff und geplagte Gesichter

Gestern gegen 0:50 Uhr. Ich war gerade auf dem Weg in meine Stammdiscothek, verließ diese aber sofort nachdem ich meine Jacke abgegeben hatte, um eine zu rauchen. Während ich mein Feuer aus der Tasche grub, entdeckte ich es am Horizont an der Hauswand vor mir. Es war blau und blitzte… instinktiv drehte ich mich um und erblickte ihn: Einer unserer RTW :-) - besetzt von 3 Leuten. Als ich mich kurz umsah, erblickte ich auch den Grund. Zustand nach “Ich trink das gleiche wie mein Kumpel halte aber nur die Hälfte aus”. 2 Türsteher waren damit beschäftigt den betrunkenen Wannabe-Gangster wachzuwatschen, wie wir das hier nennen… ihn also durch gezielte Schmerzreize aufzuwecken. Das scheiterte. Die reguläre RTW-Besatzung war sichtlich um ihren Praktikanten froh, denn in den folgenden Sekunden spielte sich das hier ab. Die 2 Türsteher und die 3 Sanis packten den Burschen und schleiften ihn so gut es ging in Richtung Trage im Koffer. Auf einmal wachte der Typ auf und fing an wie blöd um sich zu schlagen. Gerade noch so konnten sie ihn auf die Trage wuchten, als ich die mir bekannte Ehrenamtliche den Funkhörer ergreifen sah, um (mutmaßlich) die Polizei nachzufordern.

Dann begann ich zu frieren und verdünnisierte mich wieder in die Welt des rauchfreien Raums.


7 comments März 1, 2008

Apoplex und Herzinfarkt - Jungens, das sind Notfälle…

Da ich ja doch ab und zu in Google auftauche, möchte ich hier nochmal die in vergangenen Beiträgen geschilderte Problematik aufgreifen. Natürlich kann man von keinem absoluten Laien erwarten, dass er einen Herzinfarkt oder Schlaganfall diagnostiziert, aber dass da “etwas nicht in Ordnung ist”, das kann sowohl die 12-jährige Tochter, als auch die 70jährige Ehefrau erkennen.

Eure Hausärzte sind ja schön und gut für Husten, Schnupfen, Heiserkeit, aber:

- wenn jemand akut auftretende Brustschmerzen / Atemnot / Kaltschweißigkeit bekommt

- wenn jemand langsam, aber sicher eine verwaschene Sprache bekommt oder seine Extremitäten nicht mehr so bewegen kann wie noch gestern

- wenn jemand ohne erkennbaren Grund vor euren Augen aufs Näschen fällt

- wenn jemand über Übelkeit klagt oder Inkontinent wird, obwohl das gestern noch nicht so war

- wenn jemand Kopfschmerzen hat und die auch nach einer Aspirin nicht weggehen

DANN

fragt nicht lange den Herrn Allgemeinmediziner, sondern sprintet zum Telefon und wählt die 112 (alternativ: 19222 im Königreich) und verlangt einen Rettungswagen samt Notarzt. Der Herzinfarkt und der Schlaganfall gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen und vor allem der Apo kann auch schon jüngere Leute treffen. Also, tut es der Bekannten von mir gleich, die eine Dame im Kindergarten zu Besuch hatte, die den Kindern von früher erzählen wollte, und auf einmal nicht mehr sprechen konnte (die angehende Erzieherin ist wohlgemerkt 17 Jahre alt und hatte ihren EH-Kurs erst vor 1 Woche aufgefrischt) und holt den Rettungsdienst.

Denn bei internen Erkrankungen ist die Zeit wirklich einer der wichtigsten Faktoren…

In diesem Sinne…behaltet euch immer im Hinterkopf: time is money brain!


5 comments Februar 29, 2008

Schluss mit lustig, Männers

So, morgen gehts wieder los… und zwar knüppelhart. 5 Uhr aufstehen - duschen - frühstücken - zum Bus - Bus fahren (in aller Ruhe, weil keine Schulkinder) - ankommen - Kaffee saufen - Leberkassemmel reinhaun - ausrücken. Da Notfälle von bestimmten Leuten ja angezogen werden, sage ich voraus, dass wir diese Woche keinen einzigen Notfall haben werden. Hiervon nehme ich aus: Notarzteinsatz zur Analgesie.

Die ganze Woche beginne ich den Arbeitstag um 7 Uhr und darf dafür um 15:30 wieder “in Richtung” (Heimat). Am Dienstag habe ich dieses Mal ein “Hy” im Plan, was mir anscheinend sagen will, dass ich einen KTW mal wieder komplett ausräumen und desinfizieren darf. Jippiejeij, Schweinebacke. Wer hier fleißig mitliest weiß ja, dass ich damit absolut kein Problem habe… obwohl… der Weg zum Getränke bzw. Kaffeeautomat ist weit und ne Tür muss man dazwischen auch noch aufsperren… sucks. Die CD mit den neusten House- und Electrotracks ist natürlich schon in Vorbereitung… 3 1,5h Livesets sollten reichen :)

Sollte etwas Spannendes passieren - man möge an einen Zivi denken, der über den Eimer mit dem Desinfektionsmittel fällt oder ähnliche Szenarien - bekommt ihr es natürlich wieder als Erste mit.


Add comment Februar 10, 2008


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