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Klinikpraktikum – Tag 3

heute gibt es nicht wirklich viel zu erzählen. Mein „Mentor“ hatte heute leider nicht die Gelegenheit, mich einen Zugang legen zu lassen, weil die OPs von Belegärzten belegt waren, die optimale Betreuung und kurze Leerlaufzeiten forderten, um lukrativ arbeiten zu können. Dafür durfte ich unter der Aufsicht des Anästhesisten eine Larynxmaske legen… ist ja auch nicht schlecht.

Ansonsten war bei mir heute nur 1 Sorte von OP geboten: Kniespiegelungen umgangssprachlich auch Arthroskopie genannt ;-).

Die erste war ja noch ganz interessant, aber als es bei der zweiten wieder 1zu1 genauso ablief, verdrückte ich mich dann doch in Richtung Kaffeemaschine und wartete bis der nächste Patient zur Einleitung bereitstand…

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Add comment Juni 4, 2008

Klinikpraktikum – Tag 2

Hallo Lesergemeinde!

Der Tag 2 hatte weniger an einzelnen OPs zu bieten, dafür aber mehr Arbeit für mich. Bin ja schließlich zum Lernen da. Nachdem ich dem Anästhesiepfleger beim Einleiten der 1. Narkose des Tages genau über die Schulter geschaut hatte, war es an mir. Mit den Worten „Jetzt darfst du mal“ drückte er mir die 3 relevanten Medikamente in die Hand und sagte zu jedem einzelnen entweder „ganz langsam“, „mäßig“, „is wurscht“ und wollte damit die Applikationsgeschwindigkeit ausdrücken. Auf das Zeichen des Anästhesisten machte ich mich dann ans Werk und schickte meine Patientin in das Reich der Träume.

Im späteren Verlauf des Tages konnte ich dann zum ersten Mal einer Spinalanästhesie beiwohnen (Die Nadel ist so scheiße lang, dass es schon beim Zuschauen wehtut). Grund war ein unklarer Knieschmerz mit V. a. Meniskusriss. Was es dann letztendlich war bekam ich leider nicht mehr mit, da ich schon wieder in die Einleitung für die nächste OP musste.

Ein chirurgischer Eingriff von nicht zu unterschätzendem Aufwand folgte sogleich. Die Patientin wies zahlreiche Lipome an den Armen, Beinen und im Bauchbereich auf. Alles in Allem geschätzte 35 Stück. Alle wurden sie per Skalpell entfernt und die Wunden dann jeweils mit 2-3 Stichen genäht. Da Lipome in den allermeisten Fällen gutartiger Natur sind, dient der Eingriff eigentlich nur dazu, die Beulen unsichtbar zu machen. Ob 35 Narben schöner sind, weiß ich nicht. Aber ich kenne ja die Geschichte nicht. Vielleicht drückten die Geschwüre ja auf Nerven oder waren druckempfindlich. Auf jeden Fall eine der (zumindest vom Beobachter aus gesehen) simpleren OPs.

Ich melde mich natürlich morgen wieder und wünsche noch einen schönen Abend.

Add comment Juni 3, 2008

Ausführlich – für Aussenstehende

So, jetzt hab ich gerade noch ein Bisschen Zeit und darum schildere ich Euch jetzt noch ausführlich, wie es im OP so zugeht.

Man begibt sich in seiner normalen Krankenhaus-Dienstkleidung in die OP-Umkleide. Dort sucht man sich dann irgendeinen freien Spind und deponiert ALLES da rein. Danach begibt man sich in utnerwäsche in die eigentliche Schleuse. Dort stattet man sich dann mit Mundschutz, Kopfhaube, einer grünen Hose und einem grünen Oberteil aus. Der Mundschutz und die Kopfhaube werden nicht abgenommen, sobald man diese Schleuse verlässt. Eine Ausnahme stellt lediglich der Aufenthaltsraum dar, denn Trinken mit Mundschutz ist schwierig.

Der eigentliche OP ist dann in 3 Teile aufgeteilt. 2 Räume – Die Ein- und die Ausleitung und natürlich der eigentliche OP-Saal. Die Patienten kommen als in Ihrem Bett in die Patientenschleuse und werden dort dann mit einem überdimensionalen, automatischen Rollbrett auf denn entsprechenden OP-Tisch umgelagert (Gyn, chirurgisch usw…). Dieser OP-Tisch ist dann fahrbar. So wie der Pat. nun liegt wird er in die Einleitung geschoben. Dort passiert dann wiederum Folgendes:

- Kurze Begrüßung (Wer bin ich und was mach ich jetzt mit ihm / ihr?)

- Zugang wird gelegt, falls nicht vorhanden (in der Regel wird aber fast immer ein frischer gelegt, weil man dann ausschließen kann, das der bereits vorhandene eventuell „para“ liegt, was dann zu Nekrosen o. Ä. führen könnte)

- EKG wird geklebt (3-Kanal – oben links, oben rechts und auf Höhe der rechten Brustwarze „die grüne Ableitung“… hat den Sinn, dass das Kabel nicht stört, wenn der Bauch desinfiziert wird usw…)

- Pulsoxymetrie wird noch schnell angeklipst

- Blutdruckmanschette wird angelegt und das Messintervall auf 5 Min. eingestellt

Dann ist der Pat. bereit für den eigentlichen Teil der OP. Der Tisch wird in den OP gefahren und dort fixiert. Je nachdem, welcher Eingriff vorgenommen wird, wird dann noch die Höhe des Tisches eingestellt. Das vorher angelegte Monitoring wird – dank austauschbarer Module – einfach aus seiner Einheit genommen und in die baugleiche Einheit im OP eingesteckt. So entfällt das lästige Umstecken.

Danach werden dann noch die Arme fixiert, da die Muskeln ja während der Narkose keinen Tonus haben und die Arme deswegen früher oder später runterfallen würden. Außerdem ist so sichergestellt, dass der Arm gestreckt bleibt und die Infusion einwandfrei reinlaufen kann.

In der Regel kommt zu diesem Zeitpunkt dann der Anästhesist, der dem Anästhesiepfleger anweist, die Narkose einzuleiten. Dies geschieht mittels eines starken Schmerzmittels, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, eines Schlafmittels und zuletzt eines Muskelrelaxans. Sobald der Patient dann bewusstlos ist, wird er intubiert. Je nach geplanter Länge der OP entweder per Larynxmaske (bietet keinen Aspirationsschutz) oder per normalem Endotrachealtubus. Nachdem der Tubus sitzt fangen dann die OP-Schwestern / Brüder an, die gewünschten Stellen zu desinfizieren und die Bereiche außenrum abzukleben. Parallel dazu wird das sterile OP-Besteck hergerichtet.

Nach der ganzen Vorbereitung kommt dann der jeweilige Facharzt und es kann losgehen.

In der Ausleitung wird der Patient dann – falls nötig – noch grob gesäubert, so dass man ihn guten Gewissens zurück auf die jeweilige Station entlassen kann, wo dann die gründliche Körperpflege durchgeführt wird.

Alles in Allem ein sehr monotones Geschäft, dass aber nicht minder spannend ist, weil man sich als Praktikant frei zwischen den (bei uns 8) OPs bewegen kann und so aus allen Fachrichtungen was zu sehen bekommt.

Gute Nacht. Man liest sich.

1 comment Juni 2, 2008

Und dann war da noch…

Am Montag beginnt mein 1-monatiges Klinikpraktikum. Natürlich wird es – so denk ich zumindest jetzt – mindestens jeden 2. Tag ein Update geben. Beginnen werde ich in der Notaufnahme. Neben der NA muss ich noch die „Stationen“ „OP“ und „Intensiv“ durchlaufen. Im OP geht es vor allem darum, dass man einen kleinen Einblick in die klinische Medizin bekommt und  – wenn man sich nicht allzu dumm anstellt – ein wenig assistiert, während auf der Intensiv eher pflegerische und montone Maßnahmen (Perfusor herrichte, Medikation vorbereiten) gefragt sind. Alles in Allem würde ich persönlich lieber weiterhin Sanka fahren, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch einmal interessant am absoluten Ende der Rettungskette zu stehen.

4 comments Mai 30, 2008

Isch hab den Job

War gerade beim *MittelgroßenKrankenhausmitmoderatemPatientenaufkommen* für ein Vorstellungsgespräch zwecks meinem Klinikpraktikum. Nach einem kurzen Gespräch, der Erledigung der Formalitäten und dem Klären aller Unklarheiten bin ich jetzt ab dem 02. Juni als Praktikant genommen worden. Bißchen schade ist, dass ich sofort am Anfang in den interessantesten Bereich – die Anästhesie und den OP-Bereich – eingeteilt werde und deshalb hab ich ein wenig Schiss, dass meine Motivation danach weg ist… ist ja oft so, wenn man das Beste hinter sich hat. Aber auch die Intensiv- und Wachstation wird sicher interessant. Worauf ich ja gar keinen Bock hab, sind die 2 Tage Pflege, die auch absolviert werden müssen, aber gemacht haben sollte man es halt trotzdem einmal… :-/

Geld gibt es dafür, dass ich dem zuständigen Arzt eigentlich nur ein Klotz am Bein bin, natürlich keins, aber das KH ist so nett und stellt ein kostenloses Mittagessen zur Verfügung… is doch besser als in die Hose geschissen, wie wir hier im Königreich sagen.

Mit dem absolvierten Praktikum kann ich dann im August (grad bei der Badesaison :() meine RS-Abschlussprüfung durchziehen und bin dann zunächst erstmal am Ende meiner Rettungsdienstlaufbahn, was Ausbildungen betrifft.

5 comments Februar 7, 2008


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