Beiträge getaggtRettungsdienst
Es geht wieder los
Es ist ein Wahnsinn. Hier passiert wochenlang nichts und trotzdem halten mir im Schnitt 120 Leser / Tag die Treue.
Auf Google wird das Blog mit Pagerank 3 gewertet und auch in Sachen Rettungsdienst gibt es Neuigkeiten. So werde ich nach dem Ende des regulären Prüfungszeitraumes im Sommersemester wieder für 2 Monate zum nebenamtlichen Retter werden, um mir mein Studium auch weiterhin leisten zu können. Freut Euch also auf neue Geschichten in Sachen Sankafahren und tägliche Updates hier.
Der Selbstmörder, den ich vorhergesagt hatte, stand tatsächlich 2 Tage später auf einer der vielen Brücken hier in Musterstadt. Allerdings als unangekündigte Übung. Ich war selbst leider nicht vor Ort, aber laut Aussage der Kollegen der Wasserrettung ist alles glatt gelaufen. Nennt mich den Wahrsager :)
Add comment April 11, 2009
„und bring Geld mit“
Ich frage mich jedes Mal aufs Neue, wieso es heutzutage immer noch Leute wie mich gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Rational ist das mit Sicherheit nicht.
Szenario: 12h-Schicht, Wochenende, tagsüber
Aufwendungen:
6:15 Uhr… Auf in Richtung Wache… mit dem Roller… Spritkosten 50 Cent
7 Uhr Dienstbeginn… 1-2 Kaffee… 80 Cent
8:00 Uhr Frühstück vom Bäcker… Leberkässemmel + Käsestange… 2 Euro
Schachtel Zigaretten („selber Schuld“… rechne ich nicht mit ein)… 4 Euro
12 Uhr Mittagessen im Krankenhaus… 3 Euro… wenn was dazwischen kommt Fast-Food um 15 Uhr… 7 Euro
Nachmittagskaffee… 80 Cent
19 Uhr Dienstende… Heimfahrt… Sprit… 50 Cent…
Unterm Strich exklusive Zigaretten: 9,60 (5€ fürs Mittagessen gerechnet)
Wer die durchschnittliche Aufwandsentschädigung kennt, weiß, wie viel dann nach Abzug aller Kosten 1h Arbeit in die Geldbörse spült…
wie gesagt… rational ist das nicht zu erklären… allenfalls mit „Selbstverwirklichung“ und „Hobby“
15 comments März 2, 2009
Zeit für was Neues…
Da ich gerade durch ältere Beiträge gestreift bin, fiel mir ein Kommentar im Blog vom Rettungsdackel auf, in dem sich ein Leser vom Dackel ein Rettungsdienststöckchen wünscht. Warum eigentlich nicht. Ich hab mir mal 5 Minuten Zeit genommen und mir ein bisschen etwas überlegt… natürlich ist das kein Stöckchen, sondern wird beim RD Schiene genannt ;-)
1. Trackback zum Blog setzen, von dem man das Stöckchen bekommen hat.
2. Fragen:
a) Wie bist du zum Rettungsdienst / in die Materie Notfallmedizin gekommen?
Die Frage ist jetzt, wenn man sich mal meinen Blogtitel ansieht, in meinem Fall nicht allzu interessant. Angefangen hat es mit der Wasserwacht und in den richtigen RD bin ich dann durch den Zivildienst eingestiegen.
b) Viel hast du bestimmt schon gesehen, aber was wäre eine Situation vor der du größten Respekt oder evtl. sogar ein wenig Angst hättest?
Vor wenigen Jahren sind einige meiner Kollegen mit dem Bus der Wasserwacht an den Badeweiher gefahren, an dem wir den Sommer über immer Dienst haben. Mehr oder weniger direkt vor ihren Augen wurde dann ein junger Mann durch einen Jeep von seinem Rad gefahren. Dieser junge Mann ging mit mir in die Kollegstufe, war also einer meiner 103 direkten Mitschüler und ich kannte ihn. Verdacht war damals auf SHT, HWS, BWS und LWS. Es sah auf gut deutsch beschissen aus, aber Gott sei Dank ist er wieder vollständig genesen. Ich trau mir mittlerweile zu, dass ich in den meisten Situationen das Leben von Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes mit den minimalst invasiven (bzw. überhaupt nicht invasiven) Maßnahmen erhalten kann, aber bei jemandem, den ich gut kenne, möchte ich es nicht ausprobieren. Da sitzt einfach dauernd der Gedanke im Hinterkopf, dass man jetzt dies und das falsch machen könnte. Da wär einfach eine zusätzliche Belastung da… kann ich schlecht mit Worten beschreiben.
c) Welche Verhaltensweisen / Aussagen nerven dich bei Angehörigen von Patienten am meisten?
Jeder versteht, wenn Angehörige aufgeregt sind oder Angst um den Patienten haben. Da wird ihnen kein Mensch, der im RD arbeitet einen Vorwurf machen. Richtig aufregen könnte ich mich nur bei den Angehörigen, wo der Patient soweit egtl. fit ist (z. B. nur ne Fahrt zum Zahnarzt zur Routineuntersuchung) und der Bruder / Sohn / Tochter ständig meint uns die Arbeit erklären zu müssen. „Wollnse den jetzt heben?“ „Machen se doch lieber so und so…“. Natürlich ist man über einen kurzen Tipp, wie es denn die „Sankafahrer“ beim letzten Mal gemacht haben (z. B. bei einem sehr engen Treppenhaus) dankbar, aber dieses ständige Reingerede geht mir auf die Eier. Genauso wenn der Angehörige sagt „Ich setz mich hinten zum Opa mit rein“… 1. fragt man da vorher und 2. geht das eigentlich überhaupt nicht, weil wir ein qualifizierter Krankentransport sind, wo ein RS oder RA den Patienten überwacht und nicht der Sohn oder die Tochter…
d) Vervollständige den Satz: „Rettungsdienst ist wie…“
ist leider oft wie einfach nur Taxi spielen… solang die Kassen da keinen Riegel vorschieben werden die schwer Kranken weiterhin 2h und mehr auf den KTW warten, weil man zuvor noch die gehfaule 45jährige aus dem 3. Stock tragen musste…
e) Gibt es eine Angewohnheit / eine Macke, die du nicht hättest, wenn du einen Bürojob hättest?
Der RD ist geprägt von vielen Leerlaufzeiten. Was macht man da? Richtig: Kaffee trinken, eine rauchen und zur Not beim Bäcker gegenüber etwas zum Essen holen… man würde höchstwahrscheinlich ein Bißchen gesünder leben im Bürojob… :)
f) Was war der kurioseste Einsatz in deiner Laufbahn als RS/RA?
Im Moment fällt mir jetzt kein Einsatz ein, der eindeutig der Kurioseste gewesen wäre, von daher kann er schon gar nicht sooo geil gewesen sein. Es gibt viele, wo man im Nachhinein mal ein Schmunzeln darüber verliert. Ohne Humor würde man auch kaputt gehen…
3. Stöckchen an andere Rettungsblogger / Notärzte weiterwerfen:
Rettungsdackel, das Rettungsdings, der Krangewarefahrer und der Rettungsblogger
2 comments September 22, 2008
Die Notfallretter
Durch Zufall bin ich gerade auf die Homepage www.dienotfallretter.de gestoßen. Kurz zusammengefasst geht es dabei um eine DVD, die von Rettungsdienstlern zusammengestellt worden ist und – im Gegensatz zu so mancher TV-Reportage – den wirklichen Alltag im RD zeigt. Nicht nur Blut, Reas und Polytraumen, sondern auch einfach mal der stinknormale Krankentransport zum HNO-Arzt.
Ich bin gerade am Überlegen, ob ich die 7€ investieren soll, hab mich aber insgeheim schon entschieden.
P.S. Ich bekomme kein Geld für diesen Beitrag
3 comments Mai 22, 2008
Danke
Morgen ist es soweit. Meine Zivildienstzeit ist endgültig rum. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Ich habe zu keinem Zeitpunkt bereut, dass ich den Zivildienst der Zeit beim Bund vorgezogen habe.
Dieser Blog entstand mit der Intention, dass ich mir einfach dachte, dass die Erlebnisse, an denen ich teilhaben durfte, für die Nachwelt festgehalten werden müssten. Ich glaube, dass im Großen und Ganzen, sowohl ich als auch meine Leser – also ihr – mit dem hier Dargebotenen zufrieden waren.
Würden meine Vorgesetzten hier mitlesen, würden sie nun auch erfahren, dass ein großer Dank auch an sie und meine Kollegen ergeht. Ich glaube kaum, dass es noch geilere Zivijobs als die im Rettungsdienst gibt. Natürlich hätte ich mir auch die Eier beim Bettenschieben im Krankenhaus schaukeln können, aber lehrreicher waren die von mir verlebten 9 Monate allemal.
Zwar muss ich zugeben, dass ich aktiv kein Leben gerettet habe (Reanimation o.ä.), aber ich glaube, dass ich zumindest dem Großteil der Patienten einen angenehmen Transport bieten konnte, was ja auch schon zum Wohlbefinden beitragen dürfte.
Desweiteren ergeht natürlich ein großer Dank an fast 30.000 Leser, die in den letzten Monaten einen Blick auf diese Seite geworfen haben. Allein an den ~150-200 Besuchern täglich bemerkte ich, dass mein Geschreibsel hier anscheinend doch amüsiert / interessiert, was mich auch immer wieder zum Weitermachen animierte.
Besonderer Dank ergeht an: den Assistenzarzt (der ja anscheinend eher weiblich ist :D), den Kinderdoc, den Krankewarefahrer, den Rettungsblogger (geb diesen Blog niemals auf!), den zukünftigen Gasmann, meinen Lieblings-Rettungsblogger – den Status6, das Subfornikalorgan, den Fireblogger und zu guter Letzt an all die, die keine eigene Page haben und hier trotzdem immer fleißig am Lesen und Kommentieren waren und an diejenigen, die ich jetzt in meinem jugendlichen Leichtsinn übersehen habe.
Darüberhinaus hoffe ich, dass sich niemand in den hier geschilderten Geschichten wiedererkennt und ich somit die Anonymisierung (fast) perfekt hinbekommen habe.
Und du, Schoof, du bist ja eigentlich gar nicht so schlimm, wenn du mal nicht im Stress bist. Ich habe dir vergeben :D. Aber die greislichen Pfefferminzbonbons könntet ihr endlich mal gänzlich mit den Fruchtbonbons ersetzen.
Vom damaligen Lehrgang ist mir vor allem der eine Satz im Gehörgang geblieben: „Bringt mir keinen Patienten um… der Rest ergibt sich aus der Praxis“ … Mission complete.
Bis Bald!
/!\ Hinweis: Der Blog hier läuft natürlich weiter und wird mit meiner Ausbildung zum RS und meinen sonstigen Rumdoktereien weiterhin gefüllt werden.
7 comments April 20, 2008



