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RTL – Extra: Eisrettung
Gerade war auf RTL ein Bericht über das Einbrechen im Eis. Zusammen mit einer Wasserwacht aus dem Raum München wurde getestet, wie schwer es ist, sich selbstständig aus einem Eisloch zu befreien. Der Bericht war im Großen und Ganzen „ok“, aber ganz kurz schmunzeln musste ich bei dem Hinweis, was man zu tun hätte, wenn jemand einbricht.
Arzt, Polizei oder Feuerwehr rufen
wurde da geraten… und ich stellte mir nur vor, wie das aussehen würde…
Arzt: „Hier bin ich, wie der is noch im Wasser, ja dann warten wir mal auf den RTW, ich kann da nix machen“
Polizei: „Wie noch im Wasser? Ja wir sperren dann derweil schonmal ab, damit die Fotografen wegbleiben…“
Gut, die Feuerwehr würde dann wohl schon helfen…
Das nur so zwischendurch, damit ihr wisst, dass ich noch lebe… die Uniklausuren vergewaltigen mich gerade… ab März bin ich wieder aktiv!
2 comments Februar 2, 2009
Wochenendsanka
Ja, es gibt mal wieder was Neues… bzw. egtl. nicht, aber ich wollte mich mal wieder melden. Am Sonntag habe ich mal wieder 12h auf dem KTW verbracht. 11 Transporte in 12h davon 4mal in eine psychatrische Klinik. Psychose hier, Psychose da… und wir waren beileibe nicht die einzigen, die fleißig dorthin gefahren sind. Gefühlte 50% aller Patienten wurden an diesem Tag dorthin gebracht. Herbstdepressionen? Man weiß es nicht.
Nach ein paar normalen Transporten ließ uns dann die Leitstelle mal an den Rand des Funkbereichs. Ursprünglich hieß es „Psychose im Altenheim nach psychatrische Klinik“. Auf dem Weg dorthin sprach uns der Lieblingsdisponent (markante Stimme und einfach eine coole Sau) noch einmal an und bat uns darum abzuklären, ob die Psychose sitzen kann, damit wir noch einen liegenden Zustand nach Sturz „mitreinnehmen“ können. Nachdem wir die alte Dame, die egtl. ganz ruhig und orientiert wirkte, eingepackt hatten fuhren wir dann zu dem Sturz, wo uns schon eine Horde Angehöriger freudig erwartete.
Die Oma wäre nach dem Essen ausgerutscht und hingefallen und hat jetzt Schmerzen im – na ratet wo! – Oberschenkelhals. Jawohl. Da saß sie nun im Auto ihres Bruders und wirkte schockig. Die kleinste Bewegung ließ sie aufschreien. Also Tasche geholt und Blutdruck gemessen, der bei 110 palpatorisch lag. Da die Dame frierte wickelten wir sie noch ordentlich ein und schlossen das Pulsoxi an. 65er Sättigung… nö, kann nicht sein. Die kalten Finger verhinderten eine genaue Messung. Da wir die Dame so auf jeden Fall nicht transportieren – geschweige denn erstmal aus dem Auto holen konnten – schickte ich meinen Beifahrer zur Nachforderung eines RTW und eines NEFs, die dann auch wenig später mit Pauken und TromSirenen eintrafen. Ein bißchen Dipidolor wirkte Wunder und ermöglichte uns ein unkompliziertes Umlagern auf die Vakuummatratze.
Das war dann auch schon das einzig „Spannende“, was es zu berichten gibt. Bald fahr ich wieder, vielleicht kann ich dann mit etwas Lesenswerterem dienen.
Bis dahin – bleibt gesund!
2 comments Dezember 2, 2008
Echt coole Nacht…
Moin allerseits,
nach 9h Schlaf bin ich jetzt auch wieder einigermaßen grad gebogen. Es war echt eine super Nacht. 9 Einsätze in 12h, aber mit ein bißchen gutem Willen alle indiziert. Gleich zu Schichtbeginn fuhren wir eine RTW-Verlegung und nach der erfolgreichen Ablieferung piepste es zum Notarzteinsatz. Verdacht Apoplex. Nach ca. 8 Minuten SoSi-Fahrt konnten wir erstmal alles im Auto lassen, weil das NEF – Gott sei Dank – schneller war als wir und somit das Schleppen des Equipments übernehmen durfte.
Ein älterer Herr erwartete uns sitzend auf der Eckbank mit einer deutlichen Zyanose + einer Hemiparese. Die Sprachstörungen wären erst heute aufgetreten und, ja… das übliche halt, was man bei einem Apo zu hören bekommt. Ich glaube, ich hab es mittlerweiel oft genug hier beschrieben. Mit Unterstützung schafften sie die paar Treppen bis vor das Haus, wo sie dann auf der Trage Platz nehmen durfte. Da wir noch super in der Zeit lagen fuhren wir mit SoSi in die nächsten Stroke-Unit.
Als nächstes folgte ein Notfalleinsatz bei einem älteren Ehepaar. Die Frau ist aufgrund eines SHT bei Z.n. Fahrrad gegen Auto seit 15 Jahren Pflegestufe 3 und ist jetzt mehr oder weniger präfinal. Der Mann wusste sich halt nicht mehr wirklich zu helfen und rief deswegen bei der Leistelle an. Ein Notfall war es jetzt nicht gerade, aber aufgrund des sehr schelchten AZ entschied sich meine Assistentin für die Nachforderung eines NAs, was auch gleich den Vorteil hatte, dass wir dann zu 5. beim Tragen waren ;-)
Ansonsten durften wir noch bei AP-Beschwerden mitspielen (wieder NA-Einsatz daraus gebastelt) und am Funk mithören, dass auf einem großen Platz hier in Musterhausen wohl eine Massenschlägerei stattfinden würde. Resultat waren 7 Verletzte von leicht bis mittel, teilweise mit HWS-Syndrom und Pfefferspray im Auge. Seid doch mal friedlich…
Resultat: Die Nacht auf dem RTW hat mich jetzt nicht überfordert. Man muss halt sagen, dass es auch keine wirklichen Notfälle waren. Sämtliche Patienten waren beim Eintreffen wach u. ansprechbar und zumeist kooperativ. Im Nachhinein bin ich aber sehr froh darüber, weil ich so die Möglichkeit habe, mich langsam in die Notfallrettung reinzufinden. Beim nächsten Mal darf dann von mir aus 1 Bewusstloser dabei sein ;-)
Schönen Restsonntag wünsche ich… hoffe ihr wart beim Wählen… ich hab’s verpennt.
3 comments September 28, 2008
Los jeeeeht’s
So, in 5,5h ist es soweit. Telefon abnehmen und die 5 für Sprechwunsch drücken (ist ne Standleitung und die gedrückte Nummer völlig wumpe…). „Here’s the integrated command center (*höhö*) of Musterhausen – PLEASE HOLD THE LINE“. Alles klar… „Drecks-Ex-zivi hier, würde gern den 71/schießmichinHimmel anmelden bis morgen 7 Uhr“ – „Alles klar – Ruhige nacht wünsch ich uns“ << Wenn wir arbeiten, muss er auch ;-)
Dann liegen 12h Nacht-RTW-Dienst vor uns. 12h Nacht-RTW-Dienst an einem WOCHENENDE das ist ungefähr so die schlimmste Schicht… warum mach ich die eigentlich?! Naja, man muss es wahrscheinlich mal erlebt haben. Wie ihr sicherlich mittlerweile mitbekommen habt, arbeite ich bei der Stadtrettung. Einzugsgebiet sind flockige 183.000 (Stand Sep. 06) Menschen. Mittlerweile wahrscheinlich eher mehr. Am Wochenende befinden sich im Dienst: 1 NAW am ersten Haus der Maximalversorgung, 1 NAW am zweiten Haus der Maximalversorgung, 1 ITH Christoph Musterhausen, 1 Nacht-KTW und 1 Nacht-RTW, auf dem ich sitze. Im gesamten Stadtgebiet (120.000 EInwohner) stehen noch 2 weitere RTW anderer HiOrgs zur Verfügung.
Die NAW schickt er eigentlich nur raus, wenn er zu 100% von Anfang an sicher ist, dass ein NA erforderlich ist. Wie oft ist das der Fall? Richtig… so gut wie nie, sehr oft wird der NA nachgefordert, weil die Lage ganz anders als das Meldebild aussieht. Somit fallen die 2 NAW aus einem Großteil der Alarmierungen raus. Der Hubschrauber ist natürlich auch nur auf Bereitschaft und fliegt wenn dann in den weiteren Landkreis für die Stadt hat er so gut wie keine Bedeutung.
Wir sind also zu viert. 4 Autos für 120.000 Leute. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass von diesen 120.000 Leute sich IRGENDWER etwas tut, was schlimmer ist als ein eingerissener Zehennagel und somit in der heutigen Zeit einen RD-Einsatz erfordert? Sehr hoch. Sehr sehr hoch.
Ich rechne für heute mit 7 bis 9 Einsätzen, was einem „durchfahren“ gleich kommen würde. Ist aber nicht schlimm, da vielleicht mein Dasein als Chancentod ein Ende haben könnte und auch mal etwas Interessantes dabei sein könnte. Was Interessantes weit abseits von „Fahrt mal zur *Disse* dort AlkoholMischintox…“. Hab ich schon erwähnt, dass heute eine neue Disco eröffnet?
2 comments September 27, 2008
Unverhofft kommt oft…
Eigentlich wollte ich ja noch ein paar Schichten als 3. Mann auf dem RTW runterreißen, aber mein Rettungsdienstleiter ist der Überzeugung, dass man mich ohne Weiteres auch jetzt schon als 2. Mann auf den RTW sitzen darf. Nachteil ist, dass ich die Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem dienstältesten Auto fahren muss, weil der RS ja nur als Fahrer eingesetzt werden darf und ich ja keinen C-Führerschein habe.
Die älteren Semester mögen das Auto irgendwie… O-Ton… „früher hamma auf dem Ding auch Polytraumen versorgt, des geht alles :)“
Ich freue mich und bin ein wenig angespannt. Aber das kann nur gut sein, denn das reduziert die Häufigkeit von Fehlern, da man peinlichst genau überlegt, was man tut.
Natürlich folgt ein Bericht. Da ich ja wachenintern als der Chancentod gelte, werden wir keine allzu krassen Sachen fahren. Ein Apoplex als Notarzteinsatz wäre da praktisch das Höchste der Gefühle… und Besoffene, Besoffene und nochmal Besoffene… eine normale Samstag Nacht Schicht wird das werden…
3 comments September 23, 2008


