Beiträge getaggtsturz

Scheiße gebaut, aber nicht tragisch

Zusammen mit der Wasserwacht war ich vor kurzem beim Eisstockschießen an einem See in der Nähe. Nach etwa 1,5h Spiel wurden auf einmal Stimmen laut, dass 2 Bahnen neben uns jemand zusammengebrochen wäre. Wir also in Richtung Patienten gegangen. Ca. 80-jähriger Patient, am Boden liegend, nicht orientiert, KoPlaWu am Hinterkopf und verwaschene Sprache. Was denkt der dumme Dreckszivi als Erstindikation? Apoplex – logisch… Also ruft der Dreckszivi in der Leitstelle an, wird dort vom Disponenten auch erkannt und bestellt einen RTW nebst Druide bei Verdacht auf Apoplex. Währenddessen haben wir den Eisrettungsschlitten zur Trage umfunktioniert und den guten Mann, der mittlerweile auch wieder orientiert war in die – in weiser Voraussicht vorgeheizte – Wachstation gebracht und dort erstversorgt.
Puls bei 86, Zucker bei 120 und der RR bei 180… Zwar war`s kein Apo, aber wenigstens konnte ich mich jetzt noch auf den Blutdruck herausreden, der den Druiden rechtfertigte. ;-)
Was lernen wir mal wieder daraus? Lieber mal die ganze Menagerie anrücken lassen… kost ja (mich) nix ;-). Im Endeffekt hat der NA dann sogar begleitet, was mir wieder sagt – kann wohl nicht so verkehrt gewesen sein.

In diesem Sinne – gesunden Start ins neue Jahr :)

7 comments Januar 4, 2009

Wochenendsanka

Ja, es gibt mal wieder was Neues… bzw. egtl. nicht, aber ich wollte mich mal wieder melden. Am Sonntag habe ich mal wieder 12h auf dem KTW verbracht. 11 Transporte in 12h davon 4mal in eine psychatrische Klinik. Psychose hier, Psychose da… und wir waren beileibe nicht die einzigen, die fleißig dorthin gefahren sind. Gefühlte 50% aller Patienten wurden an diesem Tag dorthin gebracht. Herbstdepressionen? Man weiß es nicht.

Nach ein paar normalen Transporten ließ uns dann die Leitstelle mal an den Rand des Funkbereichs. Ursprünglich hieß es „Psychose im Altenheim nach psychatrische Klinik“. Auf dem Weg dorthin sprach uns der Lieblingsdisponent (markante Stimme und einfach eine coole Sau) noch einmal an und bat uns darum abzuklären, ob die Psychose sitzen kann, damit wir noch einen liegenden Zustand nach Sturz „mitreinnehmen“ können. Nachdem wir die alte Dame, die egtl. ganz ruhig und orientiert wirkte, eingepackt hatten fuhren wir dann zu dem Sturz, wo uns schon eine Horde Angehöriger freudig erwartete.

Die Oma wäre nach dem Essen ausgerutscht und hingefallen und hat jetzt Schmerzen im – na ratet wo! – Oberschenkelhals. Jawohl. Da saß sie nun im Auto ihres Bruders und wirkte schockig. Die kleinste Bewegung ließ sie aufschreien. Also Tasche geholt und Blutdruck gemessen, der bei 110 palpatorisch lag. Da die Dame frierte wickelten wir sie noch ordentlich ein und schlossen das Pulsoxi an. 65er Sättigung… nö, kann nicht sein. Die kalten Finger verhinderten eine genaue Messung. Da wir die Dame so auf jeden Fall nicht transportieren – geschweige denn erstmal aus dem Auto holen konnten – schickte ich meinen Beifahrer zur Nachforderung eines RTW und eines NEFs, die dann auch wenig später mit Pauken und TromSirenen eintrafen. Ein bißchen Dipidolor wirkte Wunder und ermöglichte uns ein unkompliziertes Umlagern auf die Vakuummatratze.

Das war dann auch schon das einzig „Spannende“, was es zu berichten gibt. Bald fahr ich wieder, vielleicht kann ich dann mit etwas Lesenswerterem dienen.

Bis dahin – bleibt gesund!

2 comments Dezember 2, 2008

Unspektakuläre RTW-Schicht

Letzte Woche durfte ich ja mal wieder auf dem RTW ran. 7 Uhr ist regulärer 12h-Schichtbeginn am Wochenende. 6:50 Uhr, ich stehe gerade in der Umkleide, geht der RTW Melder. „Notfalleinsatz – Hausbrand in *8kmentfernt* – vermutlich keine Personen im Gebäude. “ Dann wurde ich schnell mit dem Umziehen, so dass wir 2 Minuten später im Auto saßen und mit SoSi in Richtung Einsatzort fuhren.

Dort angekommen erwarteten uns 4 Dorffeuerwehren, der Einsatzleiter Rettungsdienst und die Pol. Schon bevor wir angekommen waren wurde „Feuer aus“ gemeldet. Zur Sicherheitsabstellung für die eingesetzten Feuerwehrleute blieben wir dann noch ca. 45 Min. vor Ort, bevor wir wieder einrückten.

Ansonsten gab es dann noch einen Notfalleinsatz in ein Altenheim. „Zustand nach Sturz“. In der Einfahrt des Heims war eine kleine Blutlacke und der Patient erwartete – wie es halt immer ist – im 2.(!) Stock :D. Er war 3-fach orientiert, gab an, dass ihm die Beine versagt hätten und er keinerlei Schwindel oder sonstwas verspürt hätte. Gangunsicherheiten gehören halt zum Alter so wie die Falten. Nach Stifneckanlage und kurzem Bodycheck durfte er auf unserer Trage Platz nehmen und wurde dann in ein Haus mit MKG gebracht, um seine kleine Platzwunde auf der Nase versorgen zu lassen und eine Fraktur auszuschließen.

Das Highlight des Tages erreichte uns dann 1,5h vor Dienstende. Wieder ein Sturz im häuslichen Bereich. 70-jährige Patientin war auf dem Teppich ausgerutscht und klagte über Schmerzen unterhalb des Beckenknochens. Eine genauere Untersuchung war nicht möglich, da sie höllische Schmerzen hatte. Nachforderung des NAW war dann reine Formsache. Nach ein paar Drogen kam dann auch das nette Lächeln und die schmerzlose Umlagerung auf die Vakuummatratze mit der anschließenden Fahrt ins Krankenhaus.

Am Sonntag steht eine KTW Schicht mit 2 Kameraden der Wasserrettung auf dem Programm. Näheres dann nächste Woche.

1 comment November 27, 2008

Notaufnahme Tag 1

Hallo werte Leserinnen und Leser,

Tag 1 in der Notaufnahme ist vorüber und ich unterstreichen, was ich mir schon immer gedacht habe:

Notaufnahme > OP > Intensiv

Man hat keinen festen Tagesablauf außer, dass man in der Früh halt schnell mal rundum durch die Zimmer geht und hier und da das leere Päckchen Handschuhe gegen ein neues austauscht.

Ergo: Man wartet kontrolliert und aggressiv ab, bis die große Tür sich öffnet und Kundschaft hereinkommt. Das Haus in dem ich mein Praktikum absolviere hat die Urologie, Gynäkologie und die Unfallchirurgie als Schwerpunkt. Dementsprechendist auch das „Publikum“. Gezogene Katheter, Harnverhalt, Frakturen nach Stürzen / leichteren Autounfällen. Kurz und knapp: Kein Haus mit Maximalversorgung, aber zur Not für Alles und Jeden gerüstet ;-)

Der erste Patient kam mit Notarzt nach der Meldung „bewusstlos“. Situation vor Ort war dann. Pat. hatte sich den Dauerkatheter in geblocktem Zustand gezogen. Dementsprechend sah es dann auch untenrum aus… ich kann es nichtmal beschreiben… außerdem isst vielleicht der ein oder andere während er das hier liest… schnell zum nächsten Thema…

Pat. mit blutigem Erbrechen und Teerstuhl. Eigenanamnese nicht möglich… weiter zur Sonographie und ins Röntgen zum Ausschluss GI-Blutung… Blut lässt sich schwer vom EKG-Gerät wischen…

Dann kam ein junger Mann mit Verdacht auf Appendizitis. Schon beim Anblick seiner Unterarme schoss mir in den Kopf „NADEL LEGEN, DU MUSST DIESE NADEL LEGEN“… dank meiner mehr als coolen Schwester, der ich die Woche über an der Backe klebe, durfte ich natürlich auch und traf dann, was aber keine allzu große Leistung gewesen sein dürfte… aber man muss ja klein anfangen.

Danach traute ich mich dann auch an den 84-Jährigen, dessen Venesituation nur fast so gut war ;-). Gründe Nadel -> Einstich -> drin… Röhrchen fürs Labor angesetzt und gerade am Blut ziehen… dementer Patient zieht die Hand weg und das rote Lebenselixier voll auf meine Hose… gut, dass es da schon 10 Min. vor Feierabend war und ich mit den Worten „gutes Timing“ in den Feierabend entlassen wurde :)

Alles in Allem… echt geil in der Notaufnahme gibt sicher noch gute Stories in den nächsten Tagen…

Add comment Juni 19, 2008

Hi Murphy

Heute war ich auf dem RTW dabei, damit ich mal wieder bisschen lerne unter Stress zuarbeiten und nicht nur immer „Trage raus – Patient drauf – Patient runter – Trage rein“ trainiere. Auf dem RTW ist es hier bei uns so, dass man in der Regel tagsüber zwischen 2 und 4 Einsätze fährt, da  ja im gesamten Gebiet 6 RTW + 2 NAW vorgehalten werden, so dass sich das alles schön verteilt. Wir gaben uns heute 2mal die Ehre.

Da war zum Einen der Sturz im Altenheim. Pat. ,weibl., fortgeschrittenes Alter ist beim Gehen vom Stuhl zum Bett nach hinten umgefallen. Laut Fremdanamnese war sie nicht bewusstlos und hat auch nicht erbrochen. Sie gibt – auch aufgrund ihrer Demenz und Osteoporose – bei der Palpation egal welcher Körperstelle Schmerzen an. Der Bodycheck verlief dann etwa so: „Tuts da weh? – Ja, und da? – ja – und hier? – ja“… also eher weniger zufriedenstellend. Um von vornherein auf Nummer sicher zu gehen, entschieden wir uns dann für die vollständige Immobilisation mittels Stifneck + Vakuummatratze. Der Transport ins nahe KH verlief dann problemlos.

Nachdem wir dann den Rest der Vormittags kaffeetrinkend und konversierend auf dem *großerPlatz* verbrachten, entschieden wir uns zum Essen ins große KH am Rande der Stadt zu fahren. Schweinebraten mit Nudeln oder Kartoffeln – lässt sich sehen. Nach der kurzen Pause meldeten wir uns wieder frei und ein „C“ samt „Frisch auf den Tisch“ prasselte über den Funk auf uns nieder. „Fahren sie mal zum *großenPlatz* im dortigen Kaufhaus – bewusstlos“ – Waren wir da nicht den halben Vormittag über? – ganz genau.

Da ich für meinen RS ja 10 Einsatzberichte anfertigen muss und da auch 5 Notarzteinsätze darunter sein müssen, war mir das ganz recht (mal wieder die Bitte: nicht falsch verstehen… das wäre auch passiert, wenn ich mein protokoll nicht schreiben müsste…). Mit Pauken und Trompeten sind wir dann da aufgeklatscht, nahmen alles, was nicht fest mit der Karosserie verschraubt ist in die Hände und folgten dem Einweiser.

Vorgefunden haben wir dann einen Mann, der – laut Zeugen – krampfend zusammengebrochen war und seitdem nicht mehr ansprechbar wäre. Der Ersthelfer des Betriebes (eine sehr nützliche „Beschaffung, wenn ihr mich fragt) hatte seitdem Puls und Atmung überwacht und den Patienten in die stabile Seitenlage gebracht. Da gibt es so einen Punkt auf dem Notfallprotokoll, wo geschrieben steht: Ersthelfermaßnahmen: [x] effizient [ ] uneffizient. Das kann man nicht allzu oft ankreuzen :P

Der Notarzt war – gemäß dem Meldebild – natürlich zeitgleich mit uns alarmiert worden. Der Versuch einen i. v. Zugang zu bekommen, schlug fehl, da der Patient kurz nach unserem Eintreffen wieder zu krampfen begann. Zwischendurch versuchte er sogar sich aufzurichten und seine Jacke anzuziehen, war dabei aber „völlig neben der Spur“ also weder empfänglich für Ansprache von außen, noch wusste er höchstwahrscheinlich selber was grad in ihm vorgeht. Zu dritt schafften wir es dann ihn am Boden zu halten (er wog geschätzte 70kg und hatte die Kraft uns alle 3 in Schwung zu halten…), so dass der Doc dann 5mg Dormicum i . m. verabreichen konnte, weil er keine Möglichkeit sah, den Zugang hier an Ort und Stelle vernünftig zu legen. Das Dormicum zeigte dann recht schnell seine Wikung, was es uns ermöglichte den Pat. auf die Trage umzulagern und dort wieder in die Seitenlage zu bringen. Im Auto wurde er dann mit einem venösen Zugang versehen und bekam weitere 5mg Dormicum bis er dann ruhiggestellt werden konnte. Der Transport lief dann problemlos ab und der Patient wurde – schon langsam wieder zu sich kommend – in der Notaufnahme an den aufnehmenden Neurologen übergeben.

Wie war es für mich persönlich?

Ich hatte krassen Puls ;-) Zum Einen mussten wir ständig aufpassen, dass wir nicht eine auf die Nase bekommen, zum Anderen wussten wir, dass der NA in den nächsten Minuten eintreffen würde und wollten bis dahin den Zugang liegen haben, 15mg Dormicum mit 15ml NaCl verdünnt haben und gleichzeitig die Infusion, die ja für den Zugang benötigt wurde, fertig entlüftet bereitliegen bzw. schon laufend am Patienten haben. Die Infusion war fertig, das Dormicum fand ich dann auch endlich, als der LRA mich darauf hinwieß, dass des hier Midozolam heißt ;-) und im Endeffekt hätte aus meiner Sicht die Versorgung des Patienten kaum schneller bzw. besser ablaufen können.

Bevor noch jemand lästert: Die Absaugbereitschaft war das ALLERERSTE, was ich hergestellt hatte ;-P

6 comments April 23, 2008


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